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Meine Stadt Hannover: Rösler eröffnet Leistungsschau der Pflege
Hannover Meine Stadt Hannover: Rösler eröffnet Leistungsschau der Pflege
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23:24 22.03.2010
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler bei der Eröffnung der "Altenpflege 2010" in Hannover Quelle: Steiner
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„Das Thema Altern betrifft uns alle ganz persönlich“, betonte Silvana Koch-Mehrin, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, in ihrem Grußwort, „wir brauchen Pflegestrukturen, in denen individuell entschieden werden kann, welche Maßnahmen angemessen und erwünscht sind.“

Schon heute sind 700.000 Menschen in Deutschland pflegebedürftig, in zehn Jahren sollen es mehr als eine Million sein – eine gewaltige Herausforderung. Doch für Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler auch eine Chance.

„Wir müssen die Pflege wirtschaftlich sehen“, sagte er. Die Branche boomt, sie erwirtschafte 1,1 Prozent des Bruttoinlandprodukts: „Und das Potenzial ist noch viel höher.“

Eine Ansicht, die der Wirtschaftsweise Professor Christoph M. Schmidt, Präsident beim Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung, untermauerte: Der Pflegemarkt habe große Wachstumschancen, sagte er: „Ohne Professionalisierung wird er aber nicht auskommen.“ Ansprüche und Möglichkeiten der Betroffenen würden nicht einheitlich sein. Darauf müsste die Branche reagieren können, ohne durch Bürokratie gehemmt zu werden.

Privates Kapital sei dabei unverzichtbar. „Wir brauchen eine Versöhnung zwischen Gewinnstreben und Versorgung“, so Schmidt. Auch die Anforderungen an das Personal würden steigen. Ein Mindestlohn wäre da kontraproduktiv, da kein Anreiz, sich zu qualifizieren. Der Schlüssel, um die Kostensteigerung einzudämmen, sei Wettbewerb. Doch ohne zusätzliche kapitalgedeckte Finanzierung sei die Pflege nicht zu bezahlen.

Eine Einschätzung, die Rösler teilte. Bezüglich des Mindestlohns hält er indes in den Pflegehilfsberufen einen „Sonderweg“ für möglich. Doch das Hauptproblem der Branche ist der Mangel an Fachkräften. Ein neues Berufsgesetz soll nun die Ausbildung modernisieren.

Rösler will einen neuen Blick auf die Pflege. Dazu gehört die Würdigung des ökonomischen Potenzials der Branche auch als Hersteller von exportfähigen Produkten – bis Donnerstag auf dem Messegelände zu sehen.

(Andreas Krasselt)

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