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ONLINE-PETITION:Fast 10 000 Unterstützer fordern inzwischen die Freilassung des Rockerchefs - darunter Rentnerinnen und Bandidos.

ONLINE-PETITION: Fast 10 000 Unterstützer fordern inzwischen die Freilassung des Rockerchefs - darunter Rentnerinnen und Bandidos.© Madsack Supplement GmbH

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Hannover: Rentner und Rocker für Hanebuth

Was haben Hannoveranerinnen im Rentenalter und Mitglieder des Rockerclubs Bandidos gemeinsam? Sie unterstützen Frank Hanebuth (49).

Hannover. Genauer, die Online-Petition, die die Freilassung des Präsidenten des aufgelösten Hells-Angels-Charters Hannover aus spanischer U-Haft fordert. „Ältere Damen aus Hannover haben genauso unterschrieben wie Bandidos und Leute, die nichts mit der Rockerszene zu tun haben“, sagt Michael Schwarz.

Der 40-Jährige aus einem Ort bei Nürnberg hat die Petition in der Internetplattform „openPetition“ im Juni eingestellt - und am Sonntag die angepeilten 10 000 Unterstützer zu 97 Prozent erreicht. Und das kurz vor dem Tag, an dem sich die Operation Casablanca auf Mallorca jährt. Seit der Rocker-Razzia am 23. Juli 2013 sitzt Hanebuth hinter Gitter. Ohne Anklage und Verurteilung.

Was die Spanier machen, hat mit Rechtsstaatlichkeit nichts zu tun, findet Schwarz. Deshalb initiierte er die Petition. „Ziel ist es, auf die Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen.“

Der 40-Jährige ist kein Freund oder Bekannter von Hanebuth. „Wir kennen uns nicht“, versichert der Mann aus Mittelfranken. Vor Jahren war er zwar zu Besuch in Hannover und habe den Rockerboss beim Steintorfest aus der Ferne gesehen. „Wir haben aber kein Wort miteinander gewechselt.“ Schwarz gehörte nach eigenen Angaben selbst einem Motorradclub an. Welchem, sagt er nicht. Seit 2001 sei er kein Mitglied mehr.

Einerseits freut er sich über fast 10 000 Unterstützer für seine Petition, andererseits bedeute das gar nichts: „Um politisch etwas zu bewirken, braucht man locker 100 00 bis 500 000 Unterschriften“, meint Schwarz. Bis zum 9. September ist die Petition online.

Wie viele Menschen sich noch anschließen oder nicht - auf jeden Fall sollen die Unterschriften den Vorsitzenden des Petitionsausschusses im EU-Parlament in Brüssel übergeben werden, so Schwarz: „Ziel ist es, damit möglichst viel Aufmerksamkeit zu schaffen.“

Mit Erstaunen verfolgte er, wer sich in den Unterstützerkreis eingeklinkt hat. Auch mit den Hells Angels verfeindete Bandidos seien dabei. Schwarz: „Ich weiß, dass einige von ihnen anonym unterschrieben haben. Sie sehen die Sache nicht clubbezogen. Das Unrecht betrifft auch sie“, erklärt der Bayer.

Bildung einer kriminellen Vereinigung legt die spanische Justiz Hanebuth unter anderem zur Last. Wie wohl alle Unterzeichner kann auch Schwarz nicht überblicken, was dran ist an den Vorwürfen. Er sagt: „Wenn Hanebuth Dreck am Stecken hat, soll er in den Knast. Wenn nicht, wird es höchste Eisenbahn, dass er rauskommt.“

Am Mittwoch vor einem Jahr war Hanebuth auf Mallorca verhaftet worden. Seither sitzt er im Knast, zurzeit im andalusischen Cádiz. Und es sieht momentan nicht danach aus, dass er in Kürze freikommt. Gut möglich, dass er auch seinen 50. Geburtstag am 12. September dort verbringen muss.


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  • Landkreis: Region Hannover
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  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
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