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Meine Stadt Hannover: Reiseverbot für „Kemal“
Hannover Meine Stadt Hannover: Reiseverbot für „Kemal“
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10:27 22.07.2016
HIER WURDE ER ABGEFANGEN: Der bulgarische Zaun an der Grenze zur Türkei. Ende Oktober wollte „Kemal“ aus Bulgarien kommend einreisen. Quelle: Vassil Donev
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Hannover

Der 31-Jährige, der als Kurierfahrer für die Post in einem Mini-Job arbeitet, hatte gegen den Landkreis Hildesheim geklagt. Die Behörde hatte ihm den Reisepass entzogen. Der Personalausweis ist auf das Gebiet der Bundesrepublik begrenzt.

Landeskriminalamt (LKA) und Verfassungsschutz halten Christoph S. für einen Islamisten. Sie glauben, dass er nach Syrien ausreisen will, um für den Islamischen Staat (IS) in den Krieg zu ziehen. „Wir gehen davon aus, dass er zu den Gründungsmitgliedern des DIK gehört“, sagt ein LKA-Beamter. DIK steht für „Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim“. Die Behörden beobachten seit Jahren, wie dort junge Muslime radikalisiert werden. „Dieser Verein ist einer der dschihadistischen Hotspots in Deutschland“, erklärte ein Beamter des Verfassungsschutzes im Prozess. „Wir wissen aus zuverlässiger Quelle, dass der Kläger in Syrien kämpfen will“, so der Geheimdienstler.

Laut LKA sind 15 DIK-Mitglieder (darunter vier Frauen) in den Irak und nach Syrien gereist. Darunter der Schriftführer des Vereins. Die Behörden vermuten auch den ersten Vorsitzenden im syrischen Bürgerkrieg. Zwei weitere Vereinsmitglieder sitzen in Ungarn in Untersuchungshaft.

Auch „Kemal“ Christoph S. versuchte zu reisen. Am 26. Oktober 2015 wiesen ihn die türkischen Grenzer bei der Einreise aus Bulgarien ab. Er wollte einen Rettungswagen mit Hilfsgütern „in die Türkei bringen“, sagt seine Anwältin. Bereits im August hatte er zwei Transporte mit Hilfsgüter für Syrien in Hildesheim organisiert, damals erklärte er, dass er nicht mitfahren wolle. Doch woher hat der Minijobber das Geld für die Transporte? Richter Andreas Kleine-Tebbe: „Wir können uns das nur erklären, dass das Geld aus Spenden des Vereins stammt.“ Doch entscheidender ist, dass „Kemal“ seit Jahren bei allen wichtigen und größeren Veranstaltungen des DIK in der Hildesheimer Nordstadt dabei ist. Laut dem LKA-Beamten besuchen Muslime aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz die „Seminare“. Dort werden Muslime auf den „heiligen Krieg“ eingeschworen – von islamistischen Imamen. Nach den Seminaren seien Muslime in den Krieg gezogen.

Darauf muss „Kemal“ noch bis 11. Januar 2017 warten. So lange hat ihm der Landkreis den Pass entzogen. 840 „Glaubensbrüder“ aus Deutschland sind ihm bereits zuvorgekommen.

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