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Lehrte macht nicht mit

Hannover: Radschnellweg wird zur Schotterpiste

Die Stadt Hannover will Ende 2018 mit dem Bau eines Radschnellweges nach Lehrte beginnen. Das Problem: Lehrte macht nicht mit und nun droht ein peinliches Szenario.

Hannover. Breit, be­quem, beleuchtet, schnell. Die Stadt Hannover will dem Radverkehr einen weiteren Schub geben und wird Ende 2018 mit dem Bau eines Radschnellwegs nach Lehrte beginnen, für 3,5 Millionen Euro. Das Problem: Lehrte macht nicht mit.

Und so droht ein peinliches Szenario. Sollte Lehrte seine Meinung nicht än­dern, würde die schnelle und gut asphaltierte Trasse, die Hannover bauen will, an der Grenze in eine Schotterpiste übergehen.

„Wir bauen das ganz klar bis zur Grenze durch. Und es wäre wirklich schön, wenn die Lehrter auch bequem nach Hannover fahren könnten“, sagt Hannovers Stadtbaurat Uwe Bodemann und weiß dabei auch den Rat hinter sich, der dem Vorhaben längst seinen Segen gegeben hat.

Radschnellweg auch ohne Lehrte

Doch auch für den Fall, dass Lehrte nicht mitmachen sollte, hält Bodemann den ersten Radschnellweg in der Region für sinnvoll. „Er erschließt ja vor allem auch viel hannoversches Gebiet“, sagt er. „Wir hoffen aber, dass Lehrte noch beitritt“, so Bodemann.

Derzeit sieht es danach nicht aus. „Unser Fokus liegt auf dem Ausbau des Alltagsradwegenetzes“, sagt Fabian Nolting, Sprecher der Stadt Lehrte. Dieses sei als „stark ausbaufähig“ eingestuft worden und genieße Priorität. Der Radschnellweg zwischen Lehrte und Hannover sei „kein Thema, das wir aktuell mit Hochdruck verfolgen“.

Die Stadt Lehrte wolle auch erst ihren Verkehrsentwicklungsplan abschließen, in dem „auch der Radschnellweg besprochen werden soll“, so Nolting.

Auf dem Weg nach Lehrte beginnt die Schotterpiste.

Quelle: Heusel

Ein Kurs, der schon für Verwunderung sorgte. Denn es gibt viel Fördergeld für die ersten Radschnellwege, die in Niedersachsen ge­baut werden. Die Region hatte auch Druck auf Lehrte ausgeübt, sich doch an dem Vorhaben zu beteiligen. Vergeblich. „Es geht nicht nur um die Baukosten, sondern auch um die Unterhaltungspflicht“, sagt Nolting.

Einfach wird das Radschnellwegprojekt aber auch auf hannoverschem Stadtgebiet nicht umzusetzen sein. „In eng bebauten Bereichen müssen Kompromisse gefunden werden“, kündigt Stadtbaurat Bodemann an. Er spricht deshalb auch lieber von einer „schnellen Radwegverbindung“ als von einem Radschnellweg.

Christian Bohnenkamp


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  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
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  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
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