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Meine Stadt Hannover: Radio Leinehertz verliert die Zulassung
Hannover Meine Stadt Hannover: Radio Leinehertz verliert die Zulassung
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13:25 22.03.2019
Blick ins Studio von Radio Leinehertz. Quelle: Archiv
Hannover

Überraschendes Aus für das Bürgerradio Leinehertz in Hannover: Der Sender verliert praktisch von einem Tag auf den anderen seine Sendelizenz und die finanzielle Förderung wird zum 1. April eingestellt. Er habe die korrekte Verwendung öffentlicher Gelder nicht nachweisen können, begründete die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) ihre Entscheidung am Donnerstag. Die verantwortliche 106.5 Rundfunkgesellschaft gGmbH hat bereits angekündigt, in die Insolvenz zu gehen.

„Allein für das Jahr 2017 fehlen 156 Belege“, teilte Annika Vogel, Pressesprecherin der Landesmedienanstalt auf NP-Nachfrage mit. Die Gesamtsumme, deren Verwendung der Sender nicht nachgewiesen konnte, beläuft sich auf rund 36.000 Euro. Zum 1. April werde die Förderung des Senders eingestellt. Der Sendebetrieb endet voraussichtlich noch früher. Mit der Zustellung des entsprechenden Bescheides erlischt die Zulassung. Dieser werde dem Sender zeitnah zugestellt.

Radio Leinehertz 106.5 war vor zehn Jahren auf Sendung gegangen. In einer Stellungnahme erklärte die für den Sender verantwortliche 106.5 Rundfunkgesellschaft gGmbH am Donnerstag, sie hätte, „nachdem sie vor anderthalb Jahren die Missstände in der Geschäftsführung festgestellt hat, mit großen Anstrengungen und mit mehreren Veränderungen die Misstände aufgearbeitet“. So wurden im Juli 2017 Geschäftsführer Georg May und Programmdirektor Eike Buschmann nach „finanziellen Unregelmäßigkeiten“ fristlos entlassen. Die Rede war unter anderem von unsauberen Seminarabrechnungen. Im November 2017 wurde der Laatzener Künstler und Leiter der Jugend- und Kunstschule Udo Hetmeier als neuer Chef des Bürgerradios installiert. Ziel war es, so die Erklärung am Donnerstag, trotz der „eindeutigen Fehler“, die von früheren Verantwortlichen gemacht wurden, bei der Niedersächsischen Landesmedienanstalt wieder eine positive Prognose für die finanziellen und organisatorische Fortführung der Bürgerradio zu erreichen.

Alle Hoffnungen endeten nun abrupt mit dem Verlust der Lizenz und der Einstellung jeglicher Fördergelder . „Die Versammlung hat sich diese harte Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der NLM-Versammlung, Gerald Heere. „Leider war Radio Leinehertz aber anhaltend nicht in der Lage, die korrekte Verwendung öffentlicher Mittel vollständig nachzuweisen.“ Deshalb sei eine weitere Förderung nicht mehr zu verantworten. Mit den fehlenden Nachweisen der zweckentsprechenden Mittelverwendung lägen bestimmte Zulassungsvoraussetzungen nicht mehr vor.

Der 106.5 Rundfunkgesellschaft bleibe nun nach eigener Aussage nun kein anderer Weg, als Insolvenz anzumelden. „Dies gerade auch nachdem einzelne Gesellschafter noch zu Beginn der Woche angeboten hatten, mit finanziellen Mitteln die Umstrukturierung in der gGmbH und im Sender zu stützen“, heißt es in der Erklärung.

Das Bürgerradio sendete aus seinem Studio an der Hildesheimer Straße 29. Das 24-Stunden-Programm bot neben Musik auch Nachrichten und eigene Beiträge.

Von NP/dpa

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