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UNGEWÖHNLICHER GERICHTSSAAL: Im Kleefelder Seniorenheim gab es einen Ortstermin.© Dröse

Justiz

Hannover: Putzfrau soll Rentner 11.000 Euro abgenommen haben

Eine Putzfrau soll einen hochbetagten Rentner um 11 000 Euro erleichtert haben. Sie arbeitete in einem Seniorenheim. Klar ist, dass der 92-Jährige der Angeklagten seine EC-Karte mit Geheimnummer gab. Sie sagt, sie habe das Geld dem Rentner gegeben. Tatsache ist: Es fehlen 11 000 Euro. Ein weiteres Problem, das Opfer ist leicht dement.

hannover.  Rechtssprechung zwischen Strukturtapete und Nostalgie-Radio: Richter Rainer Gundlach war gestern in einem Kleefelder Seniorenheim zu Gast. Lokaltermin. Zwölf Personen drängen sich in dem kleinen Aufenthaltsraum. Manuela T. (52) sitzt mit ihrem Anwalt direkt vor dem Richtertisch. Wie im Clubheim nach einem gewonnenen Heimspiel.

Der Vorwurf: Die Putzfrau soll etwa 11 000 Euro eines Senioren veruntreut haben. Dafür wurde sie in erster Instanz zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt (NP berichtete). Die Angeklagte und der Staatsanwalt gingen in die Berufung.

Das Opfer ist ein 92-jähriger Mann. Weil er gehbehindert ist und leicht dement, kam das Gericht zu ihm. „Ich habe ihr die Scheckkarte gegeben. Sie sollte nur wenig Geld holen“, sagte der Senior. Anschließend habe sie die EC-Karte nicht wiedergegeben. Die Angeklagte bestreitet nicht, Geld für den 92-Jährigen geholt zu haben. Doch sie meint, dass sie ihm alles ausgehändigt habe. Belege gibt es dafür nicht.

Im Flur des Seniorenheims wartet die Verlobte (91) des Opfers. Flur und „Gerichtssaal“ sind nur durch eine Glastür getrennt. Ungeduldig geht die Frau auf und ab meckert. Im Zeugenstand nach ihrem Alter befragt, rüffelt sie den Richter: „91, und Sie lassen mich so lange draußen stehen.“ Gundlach erwidert: „Das mit der Schuldfrage lassen wir mal.“ Sie sagte aus, dass ihr Schatz nie mit dem Geld um sich geworfen habe. Zu den Straftaten kann sie nichts sagen.

Das Paar ist seit Weihnachten 2016 verlobt. Der Senior hat um ihre Hand angehalten, wie es sich gehört. Sie haben sich Ringe im Wert von 800 Euro geschenkt. Die beiden gehen rührend miteinander um. „Dein Haar ist so empfindlich“, meinte der 92-jährige Verlobte zu seiner Verlobten. Sie saß zu nahe an einem Ficus Benjamini. Die Blätter berührten ihr Haar. Sie solle den Stuhl etwas abrücken.

Bei den Fragen können die Zeugen nicht immer folgen. Die Seniorin ist schwerhörig. Der 92-Jährige hat Probleme, Nachfragen richtig einzuordnen. So kann er sich auch nicht an verschiedene Überweisungen erinnern. In der Sache ist er aber klar: Die Angeklagte hat ihm nur einmal 100 Euro gegeben. Auf dem Konto fehlen etwa 11 000 Euro.

Von Thomas Nagel


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