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Meine Stadt Hannover: Prüfungsverbot für Altenpflegerin
Hannover Meine Stadt Hannover: Prüfungsverbot für Altenpflegerin
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00:15 03.01.2013
Hannover, Pflegekraft Frau Hubert in der Redaktion (Foto: Frank Wilde) Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Wenn die 44-Jährige aber über 15 Jahre Berufserfahrung und eine Weiterbildung als Fachkraft für Leitungsaufgaben verfügt, dann mutet das absurd an. Wenn der Frau wegen eines Gesetzes 15 Stellen verwehrt werden, dann ist das tragisch.

Susanne Hubert sitzt mit ihrer beruflichen Biografie zwischen allen Stühlen. Sie hat die einjährige Ausbildung zur Altenpflegehelferin gemacht. In ihrer 15-jährigen Laufbahn in der Pflege hat sie sich als „Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege“ qualifiziert. Als sie sich im Herbst bei der Niedersächsischen Schulbehörde für das Examen zur Altenpflegerin anmelden wollte, erlebte sie eine böse Überraschung. „Eine Reduzierung der Ausbildungszeit auf die schriftliche und praktische Prüfung ist nicht möglich, da eine Nichtschülerprüfung für diesen Ausbildungsgang nicht vorgesehen ist“, heißt es in dem Schreiben der Behörde. Sie solle sich doch an die Anna-Siemsen-Schule BBS 7 wenden. Zum besseren Verständnis: Susanne Hubert beherrscht zwar ihren Beruf, aber eine Prüfung als Altenpflegerin darf sie nicht ablegen, weil sie eine „Nichtschülerin“ ist. „Für Gesundheitsberufe sind Nichtschülerprüfungen ausgeschlossen, das ist ein Bundesgesetz“, sagt Behördensprecherin Susanne Strätz. Frau Hubert bliebe nur die Möglichkeit, die Ausbildung um ein Jahr zu verkürzen.

Blieben noch zwei Jahre Lehre für eine Führungskraft. Für die Altenpflegerin kommt das nicht in Frage. „Das kann ich mir finanziell gar nicht leisten.“ Allerdings kostet die „Nichtschülerin“ das Gesetz bereits jetzt schon viel Geld. Sie hat bei der Zeitarbeitsfirma Med Kontor eine unbefristete Stellung. Der Verdienst: 1850 bis 2100 Euro brutto im Monat. „Als Altenpflegerin mit meiner Qualifikation würde ich mit 2580 Euro Bruttolohn beginnen“, meint die 44-Jährige.

Aus ihrer Sicht ist das Gesetz unverständlich, weil sie viele Arbeitgeber gerne einstellen würden. Doch bereits 15-mal winkten die potenziellen Chefs ab, weil das Examen fehlte. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) würde auf das Abschlusszeugnis bestehen.

Was Susanne Hubert so erbost ist, dass überall der Mangel an Altenpflegern beklagt werde, man sogar Frauen aus dem Ausland in die Pflege nach Deutschland hole, ihr aber die Anerkennung als Altenpflegerin verweigere.

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