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Meine Stadt Hannover: Protest gegen Tiertransporte
Hannover Meine Stadt Hannover: Protest gegen Tiertransporte
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16:48 12.07.2018
Tierschützer im umgebauten Tiertransporter. Quelle: Rainer Dröse
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HANNOVER

Eine schmale Rampe aus Metall führt auf die Ladefläche, durch Trittschwellen, die zum Stolpern einladen, nur schwer zu begehen. Im Inneren des Transporters hört man laute Geräusche: das Quieken von Schweinen, Muhen von Kühen. Ein Geräuschorkan, der mit Absicht an die Schreie gemarterter Kreaturen erinnern soll.

Denn das Deutsche Tierschutzbüro, ein Verein, der sich den Rechten der Tiere verschrieben hat, will mit diesem ehemaligen Tiertransporter anschaulich vorführen, unter welchen Bedingungen das Vieh europaweit über die Straßen gekarrt wird. Unter dem Motto „Truck You – Tiertransporte schmecken nicht“ sind die Tierschützer auf Tour durch 32 Großstädte. Am Donnerstag machten sie Station in Hannover.

„Der Tiertransporter war noch vor zwei Jahren im Einsatz“, sagt Julia Weibel, Sprecherin der Kampagne. Technisch für die Zwecke des Vereins ein wenig aufgerüstet mit einer Leinwand, auf der das filmisch dokumentierte Tierleid zu sehen ist, und eben kräftigen Lautsprechern. Aber die Spuren des ursprünglichen Verwendungszweckes sind noch zu sehen. Insbesondere an der Decke. Dort künden Dellen, teils richtige Löcher, von der Wucht, mit der Tiere gegen die engen Begrenzungen angestoßen haben. In diesem Fall waren es wohl Kühe, die hier in zwei Etagen übereinander gestapelt wurden. Für Schweine wurde eine dritte Ebene eingezogen, davon zeugen die Luftschlitze an den Seiten. Eine einzige Wasserstelle im vorderen Bereich der rechten Lkw-Wand lässt die Frage zu, wie denn wohl die Tiere weiter hinten versorgt wurden.

Quelle: Rainer-Droese

3,7 Millionen Tiere täglich werden nach Auskunft des Vereins so transportiert. „Höllenfahrt“ nennen es die Tierschützer. Von 11 bis 18 Uhr standen sie am Donnerstag neben der Marktkirche, um mit dieser Aktion auch auf ihre Petition zur Abschaffung von Tiertransporten aufmerksam zu machen. Die war am 2. Juli gestartet und hat laut Julia Weibel bereits 11 500 Unterzeichner.

Ein großer Spiegel hinten an der rechten Wand der Ladefläche des Transporters, in dem sich der Besucher des Trucks noch einmal selbst betrachten kann, mahnt mit einer Aufschrift: „Was kann ich tun?“ Gedacht als Überleitung zu einer Ernährungsberatung. Denn die beste Methode, Tiertransporte zu verhindern, ist der Verzicht auf tierische Erzeugnisse. Weshalb das Tierschutzbüro auch praktische Tipps zur veganen Ernährung bereit hält.

Von Andreas Krasselt

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