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Meine Stadt Hannover: Post hat's nicht auf dem Kasten
Hannover Meine Stadt Hannover: Post hat's nicht auf dem Kasten
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00:17 29.08.2018
Hannover

Am liebsten würde er dem Post-Konzern eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen: Norbert Klein, Allgemeinmediziner aus Linden-Mitte, hat schon wieder Zoff mit dem Logistikunternehmen.

Diesmal quoll sein geräumiger Briefkasten über – obwohl der 60-Jährige für die langen Praxis-Sommerferien den kostenpflichtigen Lagerservice der Post bestellt und bezahlt hatte.

„Ganz egal wohin Sie reisen, Ihre Post ist in guten Händen“ wirbt der gelbe Konzern auf seiner Internet-Seite für seinen Lagerservice. Geschäftskunden beispielsweise zahlen 23,90 Euro für bis zu drei Monate.

Mediziner Klein bestellte online, erhielt eine Bestätigung. Anschließend gingen er und seine Angestellten in den Sommerurlaub.

„Nach einer Woche ging eine Mitarbeiterin zum Blumengießen in die Praxis. Der Briefkasten war voll, da passte nichts mehr rein“, klagt Klein. Unbefugte hätten Umschläge problemlos aus dem vollen Kasten ziehen können. Gut eine Woche später sei der Briefkasten erneut voll gewesen.

Zu den „teils höchstsensiblen Sendungen“, die den Mediziner täglich erreichen, gehören nach Angaben des 60-Jährigen unter anderem auch Untersuchungsergebnisse, Anfragen von Gerichten und Entlassungsbriefe aus der Psychiatrie.

Knapp vier Wochen war die Praxis geschlossen, rund ein Drittel der Praxis-Post sei im Briefkasten gelandet, der Rest auftragsgemäß eingelagert worden. Am 7. August, einen Tag vor Praxis-Öffnung, sollte der Logistikkonzern die Lagerware „im Paket“ liefern.

Doch Klein, der an diesem Tag mit einer Mitarbeiterin nur deshalb in die Praxis ging, um die bestellten Sendungen zu sichten, wartete vergebens. Die Briefe trafen erst mit einem Tag Verspätung ein.

„Ich bin ratlos. Ich möchte, dass meine Post sicher untergebracht ist“, betont Klein. Der 60-Jährige beschwerte sich bei der Post-Hotline. Dort sei er unfreundlich behandelt worden, eine versprochene Rückmeldung blieb (bisher) aus.

Bereits im Januar hatte Klein Ärger mit der Post (NP berichtete). Der Zusteller hatte die sensiblen Sendungen mehrfach – zugänglich für jedermann – ins Treppenhaus anstatt in den Briefkasten gelegt.

Auf eine Bitte um Stellungnahme zu den Pannen beim aktuellen Lagerservice-Auftrag vom Dienstag vergangener Woche hat die Pressestelle der Post in Hamburg noch nicht reagiert.

Von Andreas Körlin

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