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Meine Stadt Hannover: Pollenexplosion nach der Kälte
Hannover Meine Stadt Hannover: Pollenexplosion nach der Kälte
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00:16 06.04.2013
GESUNDHEIT! Mit der Wärme kommt dieses Jahr eine Polleninvasion. Quelle: dpa
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Hannover

„Dann kommt alles auf einmal“, befürchtet auch Botaniker Jörg Ledderbogen vom Schulbiologiezentrum Hannover. Möglicherweise gehe die Pollenperiode dann auch schnell vorüber. Aber: „Wenn es wieder kälter wird, kann sich das auch ein paar Wochen hinziehen.“

Die Pollenentwicklung hänge vom Stoffwechsel der Pflanzen ab. „Wie bei jeder chemischen Reaktion verdoppelt sich die Geschwindigkeit, wenn die Temperatur um zehn Grad steigt“, so der Experte. „Je schneller der Stoffwechsel, umso schneller sind wir da durch.“

Noch ist es kalt. „Da haben wir noch nicht so viele Probleme“, sagt Stefan Stolle, Oberarzt der HNO-Klinik der MHH. „In diesem Jahr kommt alles etwas verzögert.“ Aber auch er sieht die Gefahr einer konzentrierten Polleninvasion. Neben Hasel und Erle machen sich dann auch die Birke und verschiedene Gräser nahezu zeitgleich bemerkbar. In den Arztpraxen drängen sich dann Patienten mit den verschiedenen Allergien.

Symptome wie Schnupfen und gerötete Augen lassen sich mit Medikamenten lindern. Stolle rät jedoch allen Betroffenen dringend zu einer so genannten Hyposensibilisierung, denn Allergien entwickeln sich. „Die Patienten können auf weitere Stoffe allergisch reagieren, diese Reaktionen auch immer schlimmer werden, bis hin zu Asthma bronchiale.“

Allergien seien eine Fehlreaktion des körpereigenen Immunsystems auf an sich ungefährliche Fremdstoffe. Bei einer Hyposensibilisierung werde die Immunabwehr in zunächst kleinen dann immer stärkeren Dosen an diese Stoffe gewöhnt, erklärt Stolle. Es gebe mittlerweile auch eine Therapie mit Tabletten oder Tropfen. „Spritzen sind jedoch das bewährte und sichere System.“ Eine Behandlung dauere aber in jedem Fall mehrere Jahre.

Die MHH ist auch in Sachen Allergieforschung eine der ersten Adressen in Deutschland. Das dort ansässige interdisziplinäre Allergiezentrum veranstaltet am kommenden Wochenende eine Fachtagung zu verschiedenen Formen der Erkrankung und ihren Therapien.

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