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Meine Stadt Polizist erschnüffelt Cannabis-Plantage
Hannover Meine Stadt Polizist erschnüffelt Cannabis-Plantage
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06:00 30.10.2018
GESTÄNDNIS: Anwalt Anselm Schanz (links) verteidigt Cannabis-Züchter Daniel T.
Hannover

Auf dem Weg zum Sport roch es merkwürdig im Kabelkamp (Brink-Hafen), fand der Polizist. Als er dann noch ein Abluftrohr aus den Kellerräumen ragen sah, war für den Schnüffler der Fall klar. Zwei Tage später, am 12. Juni 2014, fanden die Ermittler zehn bereits abgeerntete Cannabis-Pflanzen und 214 Setzlinge.

Cannabis-Bauer Daniel T. (36) wurde am Montag wegen Drogenhandels zu einem Jahr und zehn Monaten Bewährungsstrafe verurteilt. Er muss noch 1000 Euro Geldstrafe zahlen und 3000 Euro Gewinn aus den Drogengeschäften abführen. „Sie haben die Räume gemietet und die Anlage aufgebaut“, meinte Schöffenrichterin Wiebke Gratz. Die beiden Komplizen des Angeklagten hatten ebenfalls Bewährungsstrafen erhalten. Sie wurden früher verurteilt, weil Daniel T. abgetaucht war.

Anwalt Anselm Schanz erklärte für seinen Mandanten: „Er hat regelmäßig Cannabis konsumiert.“ 2010 fing der Angeklagte an, Amphetamine zu nehmen. Er nahm die Aufputsch-Droge, um seinen Job als Zimmermann machen zu können. Daniel T. kiffte, um wieder „runterzukommen“. Schanz sprach von einem „Drehtür-Effekt“, aus dem sein Mandant nicht mehr herausgekommen sei. Nun sei Daniel T. von den Drogen weg. Er baue sich gerade eine Existenz als Selbstständiger auf. Lebe mit Frau und Kind zusammen. Aus diesem Grund setzte das Gericht die Strafe zur Bewährung aus.

Denn die Anlage, die Daniel T. gebaut hatte, wirkte sehr professionell. Die erste Ernte habe etwa ein Kilo Cannabis abgeworfen. Davon fand die Polizei noch 220 Gramm. Der Wirkstoffgehalt war mit 10 Prozent recht gut. Die zweite Ernte hätte wohl fünf Kilo gebracht. Richterin Gratz: „Das war zu viel für den Eigenkonsum. Sie wollten die Droge verkaufen.“

Von Thomas Nagel

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