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Meine Stadt Polizeigewerkschaft will härtere Strafen gegen Gaffer
Hannover Meine Stadt Polizeigewerkschaft will härtere Strafen gegen Gaffer
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18:41 17.04.2019
Die Passanten gucken und filmen den Unfall. Quelle: Christian Elsner
HANNOVER

Gaffer, die erst lautstark mit der Polizei diskutieren und sich dann flach auf den Asphalt legen, um unter der Sichtabsperrung weiter filmen zu können: Bei der Kollision von einem Auto und einer Straßenbahn am Dienstagabend mit zwei Schwer- und einem Leichtverletzten am Steintor haben Schaulustige die Arbeit der Rettungskräfte erschwert.

Platzverweise hat die Polizei aber nicht aussprechen müssen. „Die Leute haben geschaut, gefilmt, die Einsatzkräfte aber nicht behindert“, so Polizeisprecherin Isabel Christian. Allerdings haben sich Unfallgaffer zu einem gesellschaftlichen Phänomen entwickelt, auch in Hannover: Im November 2018 etwa hatten nach einem tödlichen Unfall auf der Humboldtstraße (Calenberger Neustadt) Gaffer die Arbeiten behindert. Und in Burgdorf-Otze verursachten Neugierige fast zeitgleich nach einem Zusammenstoß auf der B3 ebenfalls mehrere Auffahrunfälle – auf der Gegenfahrbahn.

Appelle an die Vernunft nützen nichts

„Dass immer wieder Menschen bei Unfällen fotografieren oder filmen oder sogar Rettungskräfte behindern, zeigt, dass alle Appelle an die Vernunft dieser Menschen bislang offenbar nicht genützt haben“, sagt Dietmar Schilff, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Die GdP begrüße daher höhere Strafen ausdrücklich. Der Knackpunkt sei jedoch, dass häufig nicht genügend Polizeikräfte vor Ort sein könnten, um gegen Gaffer vorzugehen.

Dass sogar versucht werde, Schutzplanen zu umgehen, zeige, wie unverfroren die Gaffer inzwischen seien. „Auch deshalb plädieren wir für eine konsequente Anwendung der Gesetze, wofür es aber ausreichend Personal geben muss, sowohl bei Polizei als auch Justiz.“

In Nordrhein-Westfalen setzen Rettungskräfte seit 2015 sogar schon mobile Stellwände gegen Gaffer ein, zumindest bei Autobahnunfällen. „So traurig das ist, aber diese Wände kosten Geld und binden Personal. Beides haben wir nicht“, sagt Feuerwehrsprecher Michael Hintz. Man führe auf den Einsatzfahrzeugen aber Planen mit, um bei Bedarf die Opfer zu schützen „Gaffer haben wir aber nicht immer. Das hängt davon ab, wo wir uns befinden. In Randzonen von Hannover ist das kein Thema.“

Von Andreas Voigt

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