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Meine Stadt Hannover: Polizei räumt Sudanesen-Camp
Hannover Meine Stadt Hannover: Polizei räumt Sudanesen-Camp
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23:08 26.04.2016
Quelle: Dillenberg
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Hannover

Seit fast zwei Jahren hielten sudanesische Flüchtlinge einen Teil des Weißekreuzplatzes besetzt, um gegen politische Missstände in ihrer Heimat zu protestieren und ein Asylrecht in Deutschland zu erkämpfen. Seit gestern ist das Protestcamp an der Lister Meile Geschichte. Am Abend räumte die Polizei das Zeltlager.

Foto: Uwe Dillenberg

Das anfangs illegal errichtete Lager war zwar längst als Dauerdemonstration genehmigt, doch die Flüchtlinge, die in der Stadt in verschiedenen Unterkünften untergebracht sind, hatten mehrfach gegen Auflagen der Polizei verstoßen. So muss bei Demonstrationen regelmäßig ein Versammlungsleiter anwesend sein, an manchen Tagen war laut Polizei jedoch niemand dort, das Camp verwaist.

Am Dienstag waren die Flüchtlinge nach NP-Informationen gerade zu einem Gespräch im benachbarten Pavillon, als rund 50 Beamte das Areal abriegelten. Einige Dutzend Demonstranten sahen ohnmächtig zu.

Ende Mai 2014 hatten rund 40 Sudanesen aus ganz Deutschland auf dem Platz Zelte aufgeschlagen – mit Schlafgelegenheiten, Tischen, Bänken, Kochutensilien. Viele der Protestierenden sind von Abschiebung bedroht. Als es tatsächlich zu einer Abschiebung kommt, treten 28 Demonstranten vorübergehend in den Hungerstreik.

Es folgen eine Petition mit zahlreichen Forderungen an den Landtag, Demonstrationen in der Innenstadt, in der Oststadt. Trotz polizeilichen Verbots überwintern Sudanesen in dem Camp. Im Dezember 2014 zerstört ein Brand zwei ihrer Zelte. Als die Flüchtlinge das Camp auch nach über einem Jahr noch nicht räumen wollten, wich das anfängliche Wohlwollen der Anwohner mehr und mehr der Verärgerung.

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