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Sieht schlimm aus: Torsten Scheske in der MHH. Foto: privat

Justiz

Hannover: Plötzlich blind - Klage gegen MHH

Torsten Scheske (38) ist auf dem linken Auge blind. Der Vater von drei Kindern macht die MHH dafür verantwortlich. „Die Ärzte haben mich zu lange unbehandelt gelassen“ lautet sein Vorwurf. Zusammen mit Rechtsanwalt Michael Timpf hat er die MHH auf 50 000 Euro Schmerzensgeld verklagt.

Hannover. Ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) gibt Torsten Scheske recht. „Hier wäre eine sofortige hochdosierte Antibiotikabehandlung (...) erforderlich gewesen“, schreibt der Gutachter. Er sieht auch „Hinweise“ auf „Organisationsmängel“ wegen „ungeklärter Zuständigkeit“.

MHH-Sprecher Stefan Zorn erklärte zu den Vorwürfen, dass man sich prinzipiell nicht zu schwebenden Verfahren äußere. Aber die Verteidigungslinie der MHH ist klar. Scheske leidet unter der Autoimmunkrankeit SLE. Bei dieser Krankheit richtet sich das Immunsystem gegen den Organismus und kann in Organen, Gelenken oder dem Bindegewebe chronische Entzündungen auslösen. Der 38-Jährige erhielt Cortison gegen seine Krankheit.

Als er an einem Sonnabendabend im September 2013 mit Schmerzen und einem stark geschwollenem Auge in die MHH kam, gingen die Ärzte von einem SLE-Schub aus. Scheske hatte ganz bewusst die Hochschule gewählt, weil die Ärzte dort schon die Immunkrankheit diagnostiziert hatten. Sie gaben ihm Cortison. Doch innerhalb von Stunden verschlechterte sich der Zustand. Schmerzmittel halfen nichts. Das Auge verlor rasend schnell an Sehkraft. „Die Cortisonbehandlung bei fehlendem Antibiotikaschutz könnte die Ausbreitung der bakteriellen Infektion noch erleichtert haben“, befand der MDK-Gutachter.

„Ich lag etwa drei Stunden auf einer Liege“, erinnert sich Scheske. Dann kam er kurz vor Mitternacht aufs Krankenzimmer. Immer wieder rief er die Nachtschwester, weil er es vor Schmerzen nicht aushielt. „Wir müssen auf die Ärzte warten“ lauteten deren Antworten. Am nächsten Morgen war der Sehnerv abgestorben. Ein Arzt habe am Krankenbett gefragt, warum der Patient nicht behandelt worden sei, erzählt der Familienvater. Es folgte eine Operation, mehrfache Antibiotika-Gaben und eine hochdosierte Cortison-Behandlung. Der erhoffte Erfolg blieb aus.

Anwalt Timpf spricht von einer „grob fehlerhaften Behandlung“. Patient Torsten Scheske hätte sich einfach nur Ärzte gewünscht, die sich nicht so schnell auf eine SLE-Diagnose festgelegt und stärker auf die Symptome geachtet hätten.

Thomas Nagel


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