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Meine Stadt Hannover: Notfall im Landesmuseum
Hannover Meine Stadt Hannover: Notfall im Landesmuseum
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14:19 29.08.2018
Ein Porträt von Georg IV. aus dem Jahr 1816 hängt im Landesmuseum. Quelle: dpa
Hannover

Alarm im Landesmuseum in Hannover, Menschen und Kulturgüter müssen in Sicherheit gebracht werden. Eine Gruppe der Feuerwehr testet am Mittwoch den Ernstfall. Bei einer Katastrophe kommt ein Notfallplan zum Tragen, um auch die Kulturgüter zu retten. „Bei uns im Museum gibt es nur Originale und die sind unersetzlich“, sagte Museumssprecherin Nicola Kleinecke.

Wenn die Feuerwehrmänner und -frauen die wertvollen Gegenstände von der Wand und aus den Vitrinen genommen haben, werden sie geborgen und in einen dafür vorgesehenen Raum gebracht, wie ein Sprecher der Feuerwehr Hannover berichtete. Es ist der erste Test dieser Art im Landesmuseum, ähnliche Probeläufe gab es bereits unter anderem im Niedersächsischen Staatsarchiv.

Eine Gruppe der Feuerwehr testet am Mittwoch den Ernstfall im Landesmuseum in Hannover. Bei einer möglichen Feuer-Katastrophe kommt dort ein Notfallplan zum Tragen, um Menschen und Kulturgüter zu retten.

Wenn die Feuerwehr ausrückt, werden auch rund 15 Mitarbeiter anderer Museen, Bibliotheken und Archive der Region verständigt. Sie sichten, säubern und verpacken anschließend die vor Feuer oder Wasser in Sicherheit gebrachten Kulturgüter. Diese Taskforce ist Teil des regionalen Notfallverbunds Kulturgutschutz, der vor neun Jahren als Reaktion auf den Brand der Anna Amalia Bibliothek in Weimar gegründet wurde. Der Verbund schaffte acht Notfallboxen an, in denen Tische, Folien und Kisten zum sicheren Verpacken der Gegenstände sowie Schutzbekleidung enthalten sind.

Auch andere Kultureinrichtungen, Städte und Kirchen sichern ihre Schätze. Ein Überblick für Niedersachsen und Bremen:

LEIBNIZ' BRIEFWECHSEL: Über eine rote Rutsche können Mitarbeiter an der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek im Notfall die rund 15 000 Briefe des Universalgelehrten ins Freie bringen. Die Bergungsrutsche hat die Bibliothek in Hannover 2009 extra für solche Fälle am Gebäude angebracht. Sie grenzt somit direkt an die Handschriftenabteilung und den Tresor mit den Leibniz-Briefen. In einer Kapsel eingeschlossen und über das Luftpolster gleitend können die wertvollen Schriftstücke seitdem sicher nach draußen befördert werden. Die Briefe, die in der zentralen Bibliothek des Landes aufbewahrt werden, wurden 2007 zum Unesco-Weltdokumentenerbe erklärt.

BREMER RATHAUS UND ROLAND: In Bremen sind der Roland und das Rathaus samt Güldenkammer von Heinrich Vogeler Unesco-Weltkulturerbe. Wie schmerzlich ein Verlust von alten Dokumenten sein kann, hat Bremen selbst erfahren, als das Kölner Stadtarchiv 2009 einstürzte. Denn dort gingen auch Urkunden verloren, die zur Hansegeschichte gehörten und damit unter anderem auch Bremen, Hamburg und Lübeck betrafen.

HILDESHEIMER DOM: Sehr wertvolle Gegenstände befinden sich auch im Hildesheimer Mariendom - von der Bernwardstür über das bronzene Taufbecken bis hin zur Christussäule. Sie alle können Besucher noch heutzutage in der Kirche betrachten, weil sie während der Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg in Sicherheit gebracht wurden. „Auch jetzt gelten natürlich Sicherheitsvorkehrungen“, sagte Volker Bauerfeld, Sprecher der Bischöflichen Pressestelle Hildesheim. „In welcher Form das geschieht, wollen wir aber nicht preisgeben.“ Der Dom und die Michaeliskirche sind seit 1985 Unesco-Weltkulturerbe.

Von Kristina Wienand

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