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AM MODELL (v.li.):Carsten Schwitalla, ThorstenSchlurmann, Heiko Heybey und Sebastian Stern.

AM MODELL (v.li.): Carsten Schwitalla, Thorsten Schlurmann, Heiko Heybey und Sebastian Stern.© Frank Wilde

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Projekt

Hannover: Neuer Rückenwind für die Leinewelle

Wellenreiten auf der Leine vor dem Landtag. Diese Idee hatte im Sommer Schlagzeilen gemacht. Und es wird weiter an dem Projekt gearbeitet. Eine Auswertung der Wassermenge der vergangenen 13 Jahre hat ergeben, dass die Leine vor dem Landtag ganzjährig genug Wasser führt, um eine „stehende Welle“ zu ermöglichen – selbst in trockenen Sommermonaten. Das teilte Heiko Heybey, einer der Initiatoren vom Projekt „Leinewelle“, jetzt mit.

Hannover. Heybey stützt sich dabei auf Daten, die ihm die Wasser- und Schiffahrtsverwaltung des Bundes in Berlin zur Verfügung gestellt und die vom Ingenieurbüro „Stadt Land Fluss“ ausgewertet wurden. Damit hat das Aufsehen erregende Vorhaben schon mal eine wichtige Hürde genommen.

Reiten auf einer Welle nach Vorbild der Münchner Surfer vom Englischen Garten: Das soll ab frühestens 2016 auch vor dem Landtag am Leinewehr möglich sein. Im Juni hatte Heiko Heybey („Spandau-Projekt“, „Strandleben“) das Projekt vorgestellt - und danach grundsätzlich bei Politik und Stadtverwaltung positive Rückmeldungen erhalten. Seither arbeiten Heybey und ein mehrköpfiges Team an der Umsetzung des Projektes, das inzwischen sogar vom weltweit renommierten „Franzius-Institut für Wasserbau, Ästuar-und Küsteningenieurwesen“ der Leibniz-Uni Hannover Unterstützung erhalten hat.

„Das Institut baut an einem physikalischen Modell im Maßstab 1:5, um die Leinewelle daran exakt zu untersuchen“, so der Initiator. Torsten Schlurmann, der Direktor des Franzius-Instituts, sagt: „Wir begrüßen diese Idee, die Leinewelle wäre eine Attraktion für unsere Stadt. Mit unserer Expertise wollen wir wichtige Bausteine für ein optimales Konzept zur Umsetzung liefern.“

Etwa 400 000 Euro würde eine „Leinewelle“ mit gefahrlosem Untergrund, künstlicher Unterwasserrampe, Ein- und Ausstieg mit großzügiger Sandfläche am Ufer und Umkleiden kosten, hat die Initiative hochgerechnet. Geld, das die „Leinewelle“ auf vier Arten zusammen bekommen möchte: Durch Eigenbeteiligung der Surfer in Form eines „Crowdfunding“-Modells. Bei dieser Schwarmfinanzierung beteiligen sich viele mit kleinen Geldbeiträgen. Außerdem sollen Sponsoren, aber auch Stadt und Region Hannover ihren Anteil an der Umsetzung beitragen, so die Idee. Denn: „Das Leinewehr ist touristisch attraktiv, davon profitiert auch Hannover insgesamt“, sagt Heiko Heybey.

Er macht allerdings keinen Hehl daraus, dass die Umsetzung der „Leinewelle“ einem Marathon gleiche. Als Problem könne sich etwa die Nähe zum Landtag erweisen, da der Oesterlen-Bau unter Denkmalschutz stehe. Surfen auf dem Leinewehr in direkter Nachbarschaft zum Landtagsgebäude: „Die Frage, ob dies die Würde des Landtags herabsetzt, müssen wir sicher eingehend diskutieren.“ In jedem Fall wolle die „Leinewelle“ ihre Pläne dem Landtag noch vorstellen, so wie auch der Regions-und Ratspolitik.

Inzwischen hat das Projekt so weite Kreise gezogen, dass die Initiatoren eine Einladung der Bayerischen Ingenieurkammer-Bau nach München erhalten haben.

Heute beschäftigen sich Fachleute bei einem eintägigen Forum mit dem Phänomen des Flusswellenreitens. Das Vorhaben in Hannover hatte die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler geweckt - weil es das einzige in Norddeutschland ist. „Wir erhoffen uns vom Besuch Erkenntnisse, die uns beim Umsetzen der Idee helfen“, sagt Heiko Heybey.


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