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Meine Stadt Hannover: Neue Vorwürfe gegen Folter-Polizist
Hannover Meine Stadt Hannover: Neue Vorwürfe gegen Folter-Polizist
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00:21 25.05.2015
DIE WACHE: In dem Gebäude am Hauptbahnhof soll der Mann die Flüchtlinge misshandelt haben. Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

Im Februar habe es deshalb ein Disziplinarverfahren gegen den Mann (39) und einen Kollegen gegeben, bestätigte die Sprecherin der Bundespolizeidirektion Hannover, Britta Heuberger der NP. Dieses „Fehlverhalten hat nichts mit dem momentan zur Rede stehenden Fehlverhalten zu tun“, hieß es weiter. Es handele sich um zwei unabhängige Vorgänge.

Was dem 39-Jährigen Anfang des Jahres genau vorgeworfen wurde, wollte die Bundespolizei nicht konkretisieren. Die Ermittlungen im Disziplinarverfahren hätten aber keine Taten von „strafrechtlicher Relevanz“ zum Vorschein gebracht, so Heuberger. Dementsprechend war der Polizist nicht vom Dienst suspendiert worden. Das geschah erst nach dem Bekanntwerden der Misshandlungsvorwürfe Anfang der Woche.

Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ berichtet in seiner heutigen Ausgabe, dass Vorgesetzte in der Wache die übergeordnete Bundespolizeidirektion gebeten hätten, ein Ermittlungsteam einzusetzen, um die Vorwürfe gegen den Beamten aufzuklären.

Es sei aber nichts geschehen.

Unterdessen scheint in der Dienstgruppe des Skandal-Polizisten Personalmangel zu herrschen. Wie der NDR meldet, soll sich inzwischen etwa die Hälfte der dort eingesetzten Beamten krank gemeldet haben. Eine Angabe, die bei der Bundespolizeidirektion mit Schweigen beantwortet wird. „Das kann ich nicht kommentieren“, sagte Sprecherin Heuberger gestern.

Außerdem, so der NDR, sei vorgesehen gewesen, mindestens zwei Mitglieder aus der Dienstgruppe des Beamten zu versetzen. Auch, um ein Signal an die Kollegen zu senden, dass ihre Sorgen ernst genommen werden. Passiert sei das allerdings nicht. Gegen den Skandal-Polizisten ermittelt die Staatsanwaltschaft unter anderem wegen Misshandlung und illegalen Waffenbesitzes.

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