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Meine Stadt Kann mit „Housing First“ die Wohnungsnot in Hannover bekämpft werden?
Hannover Meine Stadt Kann mit „Housing First“ die Wohnungsnot in Hannover bekämpft werden?
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00:19 13.10.2018
UNTERZEICHNEN DIE URKUNDE: Wohnraumhilfe-Geschäftsführer Jürgen Schabram , Diakonie-Stiftung-Vorstand Jens Rannenberg, Andreas Sonnenberg vom Werkheim e.V., Prof. Eckert Güldenberg und Pastor Hans-Peter Daub, ebenfalls Diakonie-Stiftungs-Vorstand (von links). Quelle: Foto: Heidrich
Hannover

Eine neue Stiftung will das Konzept des „Housing First“ in Hannover nach vorne bringen. Am Mittwoch wurde im Betsaal des Stephansstiftes die Stiftungsurkunde unterzeichnet. In Kürze wird sich der Stiftungsrat zu seiner ersten Sitzung zusammenfinden, dann könnte „der Ball ins Rollen kommen“, hofft dessen Sprecher, der Stadtplaner Prof. Eckart Güldenberg.

Beim „Housing First“ geht es darum, Wohnungslosen zunächst nicht nur irgendein Dach über dem Kopf, sondern sofort eine feste Wohnung zu vermitteln. Der eigene Mietvertrag ist nach dem Konzept der erste aber auch der wichtigste Schritt, um wieder selbstständig Tritt im Leben fassen zu können. Sozial und psychologisch von wesentlicher Bedeutung. Danach soll weitere Unterstützung in Form ambulanter Hilfen greifen.

Fehlender Wohnraum

Die Idee wird auch in der Stadtpolitik seit einiger Zeit diskutiert, die Verwaltung hatte Ende vergangenen Jahres ein entsprechendes Konzept vorgestellt. Der Haken: Es fehlt einfach an günstigem Wohnraum. Hannovers Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf hatte damals auf die Hilfe der Stadtgesellschaft gehofft: „Man sollte überlegen, welche Stiftungen in unserer Stadt, die Möglichkeit haben, Wohnungen zu bauen, damit man sich nicht nur auf konventionelle Wohnungsbaugesellschaften stützt“, sagte sie.

Ein Wunsch, der nun offenbar in Erfüllung geht. „Wir werden in diese Bresche springen“, so Güldenberg. Die Stiftung „Ein Zuhause“ wurde von der Soziale Wohnraumhilfe gGmbH und der Dachstiftung Diakonie gegründet und mit 30 000 Euro Gründungskapital ausgestattet. „Dessen Höhe spielt aber keine Rolle“, betont Güldenberg, „da es momentan ohnehin keine Zinsen gibt.“ Stiftungen dürfen ihr Stammkapital nicht angreifen, sondern müssen ihre Aufgaben durch Spenden und eben Zinsen finanzieren. Entsprechend setzt „Ein Zuhause“ auf die Spendenbereitschaft der Bürger.

Das Mitgefühl der Bürger

„Ich bin sehr zuversichtlich, dass angesichts der wachsenden Wohnungsnot genügend Mitgefühl bei den Bürgen vorhanden ist“, sagt der Sprecher des Stiftungsrats. „Vor allem, wenn sie wissen, dass es um diese Zielgruppe geht.“ Rund 4500 Wohnungslose leben aktuell in Hannover.

Die Stiftung will Wohnungen an die Betroffenen günstig vermieten. Die muss sie jedoch erstmal erwerben. Dafür bedarf es Geldspenden. Aber auch Vermächtnisse von Immobilien oder Grundstücken sind willkommen. Oder Zustiftungen von Wohnraum, die dann mit dem Namen des jeweiligen Stifters verbunden würden. Beim Erwerb oder sogar Bau von Wohnungen reiche mithilfe öffentlicher Förderprogramme bei Belegungsrechten und Mietpreisbindung 15 Prozent Eigenkapital aus, so Güldenberg.

Erfahrungen in anderen Städten

Treuhänder und verantwortlich für das operative Geschäft der Stiftung ist der Werkheim e.V. in der Büttnerstraße. Das Konzept ist in anderen Städten bereits erfolgreich ungesetzt worden. „In Kiel arbeitet eine ähnliche Stiftung seit zwei Jahren“, berichtet der Stadtplaner. „Die haben jetzt ein Haus mit zwölf Wohnungen gekauft.“ Was der maximalen Größe eines solchen Objekts entspreche. Ideal indes wären kleinere Einheiten, einzelne Wohnungen. Denn der soziale Aspekt einer stabilen Nachbarschaft fördere die Integration.

Von Andreas Krasselt

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