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© Boris Roessler/dpa

Niedersachsen

Hannover: Muslimische Frauen fordern Dialog auf Augenhöhe

In Niedersachsen haben Vertreterinnen von muslimischen Verbänden einen Dialog auf Augenhöhe gefordert. Die Tatsache, dass sie ein Kopftuch tragen, würde immer wieder zu der Schlussfolgerung führen, dass sie kein selbstbestimmtes Leben führen. Die niedersächsische Migrationsbeauftragte Doris Schröder-Kopf (SPD) sieht die Unterdrückung bei muslimischen Frauen ähnlich verteilt, wie bei anderen Frauen auch.

Hannover. Vertreterinnen muslimischer Verbände in Niedersachsen haben mehr Respekt und einen politischen Dialog auf Augenhöhe für muslimische Frauen gefordert. "Diskussionen wie um das Kopftuch nehmen wir fast immer aus der Außenperspektive wahr und werden in den seltensten Fällen dazu geladen", sagte Annett Abdel-Rahman vom Landesverband Schura bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Muslimische Frauen in Niedersachsen - Teil der Gesellschaft?!" am Mittwochabend in Hannover. Frauen mit Kopftüchern seien regelmäßig dem Vorurteil ausgesetzt, kein selbstbestimmtes Leben zu führen. Die niedersächsische Migrationsbeauftragte Doris Schröder-Köpf (SPD) sagte, Selbstbewusstsein, Emanzipation und Unterdrückung bei Frauen muslimischen Glaubens sei nicht anders verteilt als bei anderen Frauen auch. "Die Verhandlungen zum islamischen Staatsvertrag etwa wurden von selbstbewussten Juristinnen mit und ohne Kopftuch vertreten." Sie rief mehr muslimische Frauen dazu auf, in die Politik zu gehen und Ämter wahrzunehmen.

Die Islamwissenschaftlerin Kathrin Klausing führte das Stereotyp der unterdrückten Muslima auf verzerrte Darstellungen aus der Kolonialzeit zurück. An diesen überlieferten Erzählungen werde bis heute weiter gestrickt. So werde das Wissen über muslimische Frauen vor allem aus der sogenannten Schleierliteratur bezogen. Dabei handele es sich um biografische Erzählungen unterdrückter Frauen. Nazli Bayrak vom DITIB Landesfrauenverband forderte mehr finanzielle Unterstützung der muslimischen Frauen durch die Politik. Die islamischen Frauenverbände seien bisher rein ehrenamtlich strukturiert.

Die Vorsitzende des niedersächsischen Landesfrauenrats Cornelia Klaus sprach sich für einen intensiveren Dialog zwischen den Frauen-Verbänden aus. "Wir müssen ins Diskutieren kommen über Themen wie Gleichstellung, Frauen und Sport oder Frauen und Gesundheit."

epd


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