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Meine Stadt Hannover: Mietpreise stoßen an Grenzen
Hannover Meine Stadt Hannover: Mietpreise stoßen an Grenzen
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00:16 23.04.2017
SCHWIERIGES GESCHÄFT: Leerstand findet man überall, zum Beispiel am Kröpcke-Center.
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Hannover

Die Georgstraße gehört seit Jahren zu den Top-Einkaufsstraßen in Deutschland, über 12.000 Passanten pro Stunde sind ein Spitzenwert selbst bei den Millionenmetropolen. Immobilienbesitzer können dort Spitzenmieten verlangen, doch damit scheint jetzt Schluss zu sein.

Das Dienstleistungs-, Beratungs- und Investment-Unternehmen Jones Lang LaSalle (JLL) hat die Höchstmieten in den zehn größten Einkaufsstädten Deutschlands analysiert und herausgefunden, dass diese erstmals seit 2004 zurückgehen. In der Georgstraße sanken sie um fünf Prozent von 200 Euro auf 190 Euro je Qua­dratmeter, was relativ hoch ist im Vergleich – Jones Lang LaSalle erwartet im ersten Halbjahr bei den durchschnittlichen Spitzenwerten nur einen Rückgang von einem Prozent.

„Der Handel hat sein Limit erreicht und kann den Mieten nur noch schwerlich den nö­tigen Umsatz entgegenbringen. Das gilt vor allem für den verunsicherten Textilhandel, bislang der Hauptumsatzbringer im Einzelhandel“, erklärt Dirk Wichner von JLL Deutschland. Nur in Ausnahmefällen würden Händler hohe Mieten in pre­stigeträchtigen Lagen akzeptieren, um mit ihrer Marke prominent präsent zu sein.

Fallende Spitzenmieten – auch für Monika Dürrer, Hauptgeschäftsführerin beim Handelsverband Niedersachsen und Handelsverband Hannover, nicht verwunderlich: „Der Einzelhandel ist von vielen Seiten wahnsinnig unter Druck geraten.“ Laut dem Handelsverband Deutschland falle der Einzelhandelsumsatz beim privaten Konsum seit Jahren und betrage jetzt nur noch 29 Prozent.

Auch ein Dau­erthema: der Online-Handel, der nun zehn Prozent vom Einzelhandel deutschlandweit ausmache. „Die Spitzenmieten fallen wei­ter, weil sie der Handel nicht zahlen kann“, so Dürrer.

Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft sagt, in Hannover gebe es zwar im­mer noch eine hohe Begehrlichkeit bei Ladenflächen, allerdings gebe es auch immer wieder Mieterwechsel. „Spitzenmieten zu senken, scheint das richtige Gebot der Stunde zu sein.“

Leerstände seien immer schädlich für eine Einkaufsstadt. Prenzler vergleicht dies mit dem Phänomen von Zahnkaries: „Es fängt klein an, wuchert dann, und irgendwann muss der Zahn gezogen werden.“ Der Handel, so Prenzler, habe es seit Jahren schwer.

Von Andreas Voigt

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