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ANGEKLAGT: Mamo A. muss sich vor Gericht verantworten, weil er auf seine schwangere Freundin eingestochen hat. Neben ihm: Anwalt Marco Neumann.© Schaarschmidt

Justiz

Hannover: Messerangriff auf schwangere Freundin

„Er beabsichtigte, seine Lebensgefährtin und das Kind zu töten.“ Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher: Der 23-jährige Mamo A. hat im Februar dieses Jahres versucht, seine in der zwölften Woche schwangere Lebensgefährtin Charlyn D. und ihr ungeborenes Kind nach einem Streit mit 13 Messerstichen umzubringen. Nun wird ihm vor dem Amtsgericht Hannover der Prozess gemacht.

Hannover. Ihr Glück hatte das Paar wohl anders geplant: Mamo A. kam als Flüchtling aus Syrien, wo er angefangen hatte, Agrarökonomie zu studieren. Der Angeklagte spricht darüber hinaus schon gutes Deutsch. Im vergangenen September haben er und seine Lebensgefährtin sogar nach islamischen Recht geheiratet – für eine standesamtliche Hochzeit fehlen dem 23-Jährigen die nötigen Dokumente aus seiner Heimat.

Dann kam der Bruch: Am 2. Februar soll der Angeklagte der Mutter seines ungeborenen Kindes mehrmals mit einem Küchenmesser erst in den Rücken und später auch in den Hals gestochen haben. Erst als sie weinte und versprach, nicht zur Polizei zu gehen, ließ er von ihr ab, versuchte sogar die Blutungen zu stoppen und alarmierte die Rettungskräfte. Nur mit Notoperationen im Krankenhaus konnte die 21-jährige Frau gerettet werden.

Doch anstatt zur Aufklärung beizutragen, wollte das Opfer ihren Lebensgefährten schützen und beschuldigte ihren Ex-Freund, der daraufhin von Beamten festgenommen wurde und fast eine Woche in U-Haft saß. Erst ein Überwachungsvideo aus einem Fitnessstudio sowie Zeugenaussagen von Verwandten konnten den Auszubildenden entlasten. Wegen der falschen Verdächtigung wird bereits gegen die bereits zweifache Mutter ermittelt.

Zum Prozessauftakt schwiegen die beiden Beteiligten: Weder der Angeklagte, noch das Opfer sagten aus. Eine Trauung der beiden nach deutschem Recht ist wohl sogar noch geplant. Und auch die Mutter von Charlyn D. konnte dem Gericht nicht weiterhelfen. Sie hat erst über einen Zeitungsartikel auf Facebook von der Tat erfahren: „Ich habe ihre Wohnung auf einem Bild erkannt“, sagte die 39-Jährige. Nun habe sie keinen Kontakt mehr zu ihrer Tochter.

Der Anwalt von Mamo A. kündigte bereits an, dass sein Mandat sich im Laufe des Prozesses zu den Vorwürfen äußern werde. Zudem werden noch psychiatrische Expertengutachten erwartet. Der Prozess wird am 24. August fortgesetzt. Das Kind ist mittlerweile gesund auf der Welt.

Janik Marx


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