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 © Markus Holz

Gericht

Hannover: Meister bei Regiobus weggemobbt?

Er will als Werkstattleiter arbeiten. Doch anstatt ihm seinen alten Job wieder zugeben, versetzt die Regiobus Lars Schmidt (38, Name geändert) von Mellendorf nach Neustadt. Dagegen klagt der Kfz-Meister. Er fühlt sich seit Jahren von der Unternehmensspitze gemobbt. Im Prozess schwieg die Arbeitgeberseite zu den Hintergründen des Konflikts. Demnächst verhandelt das Gericht 17 (!) Abmahnungen gegen den Kfz-Meister. Drei Kündigungen sind bereits vom Arbeitsgericht kassiert worden.

hannover.  Eigentlich geht es nur um eine Versetzung von Mellendorf nach Neustadt. Doch für Arbeitsrichter Finn Altmüller sind der Kläger, Lars Schmidt (38, Name geändert), und sein Betrieb, die Regiobus GmbH, alte Bekannte.

„Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man es nicht laufen lassen kann“, schlug der Richter eine gütliche Trennung vor. Beim vergangenen Verhandlungstermin war von einer Abfindung in Höhe von 100 000 Euro die Rede. Doch Lars Schmidt will wieder als Werkstattleiter in Mellendorf arbeiten. Davon ist er zurzeit meilenweit entfernt. Im Betriebshof Mellendorf hat er zwischen November und Februar 17 (!) Abmahnungen erhalten. Die drei Kündigungen gegen den Kfz-Experten hatte Altmüller bereits im Juni kassiert (NP berichtete). Bereits vor Jahren war Lars Schmidt längere Zeit suspendiert. Die Regiobus musste ihn wieder einstellen. Dann wurde ihm wieder gekündigt. „Das ist eine Mobbing-Abfolge par excellence“, sagt Anwältin Christina Waldraff.

Seit Juli arbeitet der Kläger nun in Neustadt. „Der Arbeitgeber bezahlt nicht die vereinbarte Aufwandsentschädigung“, meint seine Anwältin. 228 Euro im Monat seien vereinbart worden. Der Regiobus-Anwalt, Lutz Sonnemann, erwiderte: „Das Geld bekommt er, wir verhalten uns vertragskonform.“

Doch für den Klägern ist das nur eine Schikane von vielen. „Seit vier Jahren versuche ich meine alte Position als Werkstattleiter wieder zu bekommen“, sagt Lars Schmidt. Richter Altmüller will sich weniger mit der Vergangenheit beschäftigen. „Was halten Sie von einem Neustart?“, fragte er. Immerhin habe der Kläger seit Juli keine Abmahnung erhalten. Außerdem dürfe der Arbeitgeber laut Tarifvertrag seine Beschäftigten versetzen. Auch der Betriebsrat habe der Versetzung zugestimmt.

Es sei nur eine Frage der Zeit, wann es mit den Abmahnungen wieder losgehe, sagt der Kläger. Anwältin Waldraff sieht viele Verfehlungen seitens des Arbeitgebers: „Das Vorgesetzten- und Führungsverhalten ist im Betrieb nicht mehr korrekt.“ Herr Schmidt sei kein Einzelfall bei der Regiobus.

Nun treffen sich die Parteien im November. Der Arbeitgeber muss die Versetzung erklären, beziehungsweise die Gründe darlegen. Laut Anwältin Waldraff sei das noch nicht geschehen. Seitens des Arbeitgeberanwalts gab es keine Stellungnahme zu den Hintergründen des Rechtsstreits.

Von Thomas Nagel


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