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Hannover: Meisenknödel gegen Vogelsterben?

Mit dem Meisenknödel das ökologische Gleichgewicht wiederherstellen? Das ist angesichts des massiven Insekten- und Vogelsterbens gar nicht mehr so absurd. Vogelexperte Peter Saemann vom Nabu gibt Tipps für die Winterfütterung.

Hannover. Eigentlich ist Peter Saemann gar kein Fan von Vogelfütterung: „Für mich als Naturschützer gilt: Die Wildvögel wie Meise, Sperling und Co. sollten nicht so an uns gewöhnt werden, dass sie nicht mehr ohne menschliche Hilfe durchkommen.“ Erst bei Schnee und Eis wird der Meisenknödel oder besser noch ein sogenannter „Fettkuchen“ rausgehängt, wenn überhaupt – so lautet seine Empfehlung. Bislang.

Die Zahl der Vögel in Deutschland geht nach Berechnungen des Naturschutzbundes (Nabu) deutlich zurück. Binnen zwölf Jahren seien 12,7 Millionen Brutpaare verloren gegangen. Ein Grund: Durch Insektensterben – Experten errechneten einen Rückgang von 75 Prozent in den vergangenen 27 Jahren – wird Singvögeln eine wichtige Nahrungsgrundlage ge­nommen (siehe Seite 18).

„Erschreckend“ nennt Saemann seine Erfahrungen der vergangenen 30 Jahre. Schafstelze, Feldlerche und Baumpieper findet er in der Leinemasch heute nicht mehr. Angesichts dieser Entwicklung sagt er zur Winterfütterung: „Man kann durchaus auch jetzt schon Meisenknödel oder besser noch einen Fettkuchen raushängen, das sind Mischungen aus Fett und Weizenkleie. Sie bieten Rotkehlchen oder Zaunkönig – also den Weichfressern un­ter den Vögeln, die sonst Würmer und Insekten fressen – eine wunderbare Ei­weißquelle“, sagt das Nabu-Mitglied. Aber bitte keine menschliche Nahrung: „Sie enthält Salze, Gewürze und Zucker, die ein so kleiner Vogel nicht verträgt“, be­tont der Umweltschützer.

Weitere Tipps zur Winterfütterung und Futter-Rezepte unter www.nabu.de


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