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Hochstraße

Hannover: Mehr als Weinrot gibt es nicht

Es war eine Überraschung, die Stadtbaurat Uwe Bodemann vergangene Woche im Bauausschuss präsentiert hatte: Sowohl der in Höhe des VW-Towers beginnende Unterbau der Auffahrt als auch die Stützen der Raschplatz-Hochstraße sollen weinrot gestrichen werden. Auf ersten Plänen hatte die Stadt noch einen grauen Anstrich gezeigt. Es wird also Farbe für die Hochstraße geben. Doch die Pläne des Künstlers Andora, der die Brücke unter Beteiligung der Bürger neu gestalten wollte (NP berichtete), stehen damit vor dem Aus.

Hannover. Dabei hatte es zuletzt bei einer Anhörung zur Gestaltung der Hochstraße aus den Reihen von Rot-Grün geheißen, dass zu diesem Thema eine Kommission eingerichtet werden solle. Auch von einem Wettbewerb war die Rede, bei dem sich auch Andora mit seinem Konzept hätte bewerben können.

Das alles ist erst einmal kein Thema mehr. „Das ist eine neue Situation“, sagt Belgin Zaman, kulturpolitische Sprecherin der SPD, mit Blick auf die Weinrot-Pläne der Stadt. Sie will nun Gespräche mit der Bauverwaltung führen. „Danach entscheiden wir, ob uns das reicht oder ob wir noch mehr wollen“, sagt sie und betont: „Unser Ziel war nie eine künstlerische Gestaltung der Raschplatz-Hochstraße.“

Auch bei den Grünen stößt der Andora-Plan auf Ablehnung. „Er ist mit seiner Präsentation etwas über das Ziel hinausgeschossen“, sagt Oliver Kluck, Kulturexperte der Grünen. Aus seiner Sicht ist die Hochstraße ohnehin eher „eine stadtgestalterische Sache und kein Kunstprojekt“.

Äußerungen, die bei der CDU für Kopfschütteln sorgen. „Rot-Grün hat sich vom Baudezernat vorführen lassen und ist nun komplett umgekippt“, sagt deren kulturpolitischer Sprecher Oliver Kiaman. Er erinnert sich genau an das rot-grüne Versprechen, einen Wettbewerb machen zu wollen. Auch glaubt er, dass das Baudezernat nur den Weinrot-Vorschlag gemacht habe, um das Andora-Projekt zu verhindern.

Der Künstler selbst zeigte sich über die jüngste Entwicklung verärgert: „Hier wird der Wille zur Bürgerbeteiligung ausgeschlagen. Das widerspricht allem, was die Stadt in ihrem Projekt ,Hannover 2030‘ bislang von sich gegeben hat.“

Er schäme sich dafür, dass er die Zeit anderer Menschen für dieses Brückenprojekt in Anspruch genommen habe. Und weiter: „Das ist ein Signal an andere Künstler, die Hände von dieser Stadt zu lassen.“ Andora hatte vor kurzem zu einer Pressekonferenz in den Pavillon geladen, um seine überarbeiteten Brückenpläne vorzustellen: „Daran halte ich fest.“

Von Christian Bohnenkamp und Andreas Voigt


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