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Meine Stadt Hannover: Mehr Kunst für die Straße
Hannover Meine Stadt Hannover: Mehr Kunst für die Straße
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20:13 06.06.2017
Quelle: Behrens
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Hannover

Sie hat das Gebäude im Auftrag der Bau- und Immobilienfirma Gundlach neu gestaltet. „Ich habe gern Frauenmotive, da ich selbst eine bin. Die Blumen finde ich wichtig, weil sie Natur in die Stadt bringen – es ist ja ein gut sichtbares Haus mitten in der City, da ist es gut, auch an das Drumherum zu erinnern.“ Das Seemonster habe sie einfach fasziniert, es symbolisiert außerdem ein bisschen „die Monster, die wir manchmal im Kopf haben“.

Goce ist nicht zufällig in Hannover gelandet. Mansha Frie­drich, selbst Street-Art-Künstlerin aus der Stadt, hat bei der Auswahl einer passenden Künstlerin für das Objekt geholfen – wie auch schon mehrfach vorher. Unter anderem hat Gundlach ein Haus an der Hamburger Allee gestalten lassen, mit einem Clown-Motiv. Dann noch zwei Elektroautos aus der Flotte. Friedrich schwärmt von dem neuen Interesse an der noch immer recht jungen Kunstform, die in Richtung sehr kunstvolles Graffito geht, bei der aber nicht dogmatisch nur mit der Spraydose gearbeitet wird: „Lula ist aus Italien nach Hannover ge­kommen, als Nächstes geht es für sie nach Irland. Es gibt eine globale Szene, aber Hannover hing da bisher immer etwas hinterher.“

Je mehr Fassaden aufwendig gestaltet würden, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass Hannover bei Fans der Kunstform aufs Radar kommt. Langfristig wären zum Beispiel Street-Art-Spaziergänge interessant, auch für die Tourismus-Gesellschaft: „Ich argumentiere immer, dass das noch mehr beworben wird, was wir hier tun.“ Friedrich hat zum Beispiel mal die Kirchenkuppen der Basilika St. Clemens um­strickt – auch eine Spielform der urbanen Kunst.

Für Gundlach sind die „Mu­rals“ – so werden die großen Bilder in der Szene genannt  – nicht nur Werbung. „Es macht die Stadt schöner, und davon profitieren letztlich alle“,  sagt Nadine Otte. Auch die ehemalige GBH, heute Hanova, hat monatelang auf dem Klagesmarkt die Großbaustelle mit Graffiti-Kunst auf dem Bauzaun umrahmt. „Es ist eine attraktive Kunstform – die An­wohner in den Häusern haben bisher immer begeistert reagiert. Die Neugestaltung an der Schmiedestraße hat mit Anreise und Gage und Farbe 20 000 Euro gekostet“, sagt Otte zum Trend.

Für Gundlach ist noch nicht Schluss, schon jetzt sind zwei Projekte für August angesetzt. Dale Grimshaw aus Nordengland wird ein Haus am Engelbosteler Damm (Nordstadt) gestalten, Ramon Martinez aus Brasilien eins am Johanneskamp (Kronsberg). „Wir arbeiten an einem weiteren Projekt, das noch nicht spruchreif ist, mit einem regionalen Künstler“, kündigte Otte gestern an. Denn auch das sei wichtig – neben internationalen Größen auch die eigene Kunstszene nicht aus den Augen zu verlieren.

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