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Nachwuchssorgen

Hannover: Mehr Geld für Polizeibeamte

Polizist zu werden, ist oft ein Kindertraum. In der Realität sieht es dann doch anders aus: Die niedersächsische Polizei hat auch wegen schlechter Leistungen schon lange Nachwuchssorgen. Das soll sich ändern

Hannover. Ministerpräsident Stephan Weil hat versprochen, die Heilfürsorge (siehe Info rechts) für alle Polizisten wieder einzuführen - und der Dienst zu ungünstigen Zeiten soll besser bezahlt werden. Dieses Nachwuchswerben will sich das Land was kosten lassen.

Aktuell bekommen Polizisten Beihilfe, 50 bis 80 Prozent der Arztkosten werden übernommen. In sieben anderen Bundesländern zahlen Polizisten pauschal 1,6 Prozent ihres Gehalts, den Rest zahlt der Dienstherr.

„Ich bin Idealist, genauso wie die meisten, die als Nachwuchs zu uns kommen“, sagt Polizeihauptkommissar Richard Lübke (40, Name geändert) aus Hannover - nur deswegen mache er seinen Job noch gern. Wenn Lübke mal Sonderschichten leistet, Heiligabend oder Neujahr statt bei der Familie zu sein uniformiert auf der Straße steht, bekommt er das zwar extra bezahlt: Zwischen 77 Cent und 2,72 Euro werden ihm pro Stunde gutgeschrieben. Angesichts des Aufwandes sei dies aber „eine Enttäuschung“, sagt Lübke. „Wertschätzung sieht anders aus!“ Seit 16 Jahren ist er Polizist. Seine Freundin muss am Wochenende oft auf ihn verzichten, der Schlafrhythmus sei „katastrophal“. Er arbeite in wechselnden Schichten - bis zu sechs Mal im Monat nachts. „Ich muss im Einsatz meine Knochen hinhalten. Aber wenn was kaputt geht, hält sich der Dienstherr raus“, kritisiert er.

Auch Polizeioberkommissar Martin Gaste (Name geändert) arbeitet seit Jahren im Schichtdienst. Nachts bekommt der Familienvater dafür 1,28 Euro mehr. „Diese Zulagen sind eine Farce, ein Schlag in unser Gesicht.“ Gaste weiter: „Wir setzen mit den ganzen Sonderschichten unsere Gesundheit aufs Spiel, gefährden unser Familienleben - und diese Bereitschaft ist dem Land nicht mal drei Euro Zulage wert?“

Zwar halte er eine Erhöhung der Zulagen für „ein gutes Signal“. Und doch bleibe es „nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“. Gaste: „Selbst eine 100-Prozent-Erhöhung wäre noch ein Witz.“

Tobias Welz, Britta Lüers


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  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
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  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
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