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Meine Stadt Hannover: Maschseefischer gibt auf
Hannover Meine Stadt Hannover: Maschseefischer gibt auf
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00:16 17.05.2015
AUSGEFISCHT: Um die Rechte am Maschsee wird sich Hans-Ullrich Moeller nicht wieder bewerben. Der Kormoran hat ihm den Spaß an neuer Zucht genommen. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Folgt man den Aussagen des 60-Jährigen, ist das Gleichgewicht an dem künstlich angelegten 2,4 Kilometer langen und 180 bis 530 Meter breiten See empfindlich gestört. An dessen Ufern hätten sich gut 35 Kormorane angesiedelt, sagt er. Jeder von ihnen vertilge am Tag ein Kilogramm Fisch - und zwar ausschließlich die kleinen bis mittelgroßen.

Moeller schimpft über die „gefiederten Räuber“. Sie hätten überhandgenommen und an vielen Orten in Deutschland längst mittelständische Fischzuchtbetriebe zum Aufgeben gezwungen. „Stellen Sie sich mal vor, die fräßen nur Aale“, beschwört er ein für die Berufsfischer grausames Bild, „die kosten 20 Euro pro Kilogramm. Da wären am Maschsee bei 35 Kormoranen dann täglich 700 Euro futsch.“

Zehn Jahre lang habe er mit und auf dem Maschsee Spaß gehabt - „jetzt nicht mehr“. Moeller hat seinen Betrieb in der Region Hannover aufgegeben und ist nach Schleswig-Holstein umgesiedelt. Ein Seitenarm des Elbe-Nebenflusses Stör ist jetzt sein Revier.

Vom Maschsee will Moeller nichts mehr wissen - auch vom Maschteich hinterm Rathaus, für den er ebenfalls die Rechte hat, nicht mehr. Vorbei die Zeit, in der er nach Weihnachten ausgediente Tannenbäume in den Seetiefen versenkte, um den Fischen bessere Laichplätze zu bieten. „Es sind wegen der Kormorane nur noch wenig kleine da“, erzählt er. Und die großen kann er schlecht verkaufen.

Die Kormoran-Population müsse eingedämmt werden, rät der Experte der Stadt. Aber wie? Vergrämen, beispielsweise durch Abschuss, sei nicht erlaubt, ein Überspannen des Sees mit Netzen unmöglich.

Auch am Steinhuder Meer hatten sich Fischer über die Kormorane und Umsatzeinbußen geärgert. Sie unterlagen aber vor dem Verwaltungsgericht Hannover mit dem Wunsch nach Abschuss. Obwohl Fachleute ihr Problem anerkannten: Pro Jahr kommen bis zu 1500 Kormorane ans Steinhuder Meer und vertilgen dort rund 38 Tonnen Fisch.

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