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Meine Stadt Hannover Marathon: Die große Abschleppnacht
Hannover Meine Stadt Hannover Marathon: Die große Abschleppnacht
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10:02 28.04.2014
FAHRT GESPART: An der Walderseestraße (Eilenriede) werden zwei Autos auf einmal abgeschleppt. Quelle: Uwe Dillenberg
Hannover

Piotr Kilian, Geschäftsführer des beauftragten Unternehmens Autrio, spricht sogar von etwa 250 Fahrzeugen. Das wären dann rund 40 Autos mehr als 2013 – obwohl auch dieses Mal Verkehrsschilder wochenlang entlang der Strecke auf das Halteverbot während des Marathon-Wochenendes hingewiesen hatten.

„Da stellt sich dann manchmal schon der Nächste mit seinem Auto in Position zum Einparken, während wir grad jemanden abschleppen“, erzählt Autrio-Mitarbeiter Dustin Döring kopfschüttelnd. Der 28-Jährige fuhr bis acht Uhr morgens mit einem Kollegen eines der zwölf Abschleppfahrzeuge. Er kennt alle Ausreden – und bekommt auch gelegentlich delikate Bestechungsversuche von jungen Damen, ob man die Angelegenheit denn nicht anders regeln könne: „Inwieweit die das ernst meinen, weiß ich natürlich nicht.“

Ähnlich unbeliebt wie die Abschlepper sind in dieser Nacht auch die zehn Politessen, die überall fleißig Knöllchen verteilen und dann, falls sie den Fahrzeughalter nicht persönlich erreichen, die Autrio-Leute informieren. Ein Passant will sich an der Georgstraße vor Frau und Kindern und seiner ganzen Clique aufspielen und blafft zwei Politessen an: „Unverschämtheit, Sie stellen sich hier mit Ihrem Auto ins Halteverbot, aber schreiben die anderen auf.“ Dann nimmt er sich einen Strafzettel von einem Fahrzeug und klemmt es unter die Windschutzscheibe der Stadt-Mitarbeiterinnen. „Die Leute sind halt nachts ganz anders drauf“, nimmt es die Politesse relativ locker.

Vor dem Marathon-Einsatz hatten sich Politessen und Abschlepper an der Kfz-Zulassungsstelle am Schützenplatz zur Besprechung und zur Aufteilung getroffen. Hier wurden auch die ganze Nacht die Kennzeichen der erwischten Falschparker auf ihre Halter überprüft. Die abgeschleppten Fahrzeuge landeten dann unter anderem auf dem Parkplatz an der Stammestraße. Besonders geknickt war ein Mann, der am Sonntag seinen Lkw abholte. Nicht nur, dass die Abschleppgebühr mit rund 500 Euro etwa doppelt so hoch ist wie bei Autos. „Der fängt am Montag ganz frisch seinen Job an“, sagt Autrio-Chef Kilian: „Und jetzt will er natürlich, dass die Stadt ihm das Knöllchen privat ausstellt – damit sein Chef nichts davon mitbekommt.“ hg

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