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Meine Stadt Hannover: Mann belästigt Mädchen (12)
Hannover Meine Stadt Hannover: Mann belästigt Mädchen (12)
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00:16 14.07.2017
   Quelle: Frank Wilde
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hannover

 Eine Frage drängt sich auf: Ist Stefan G. (46) jemand, der etwas gegen seine pädophile Neigung unternimmt? „Oder machen Sie den ganzen Therapiekram nur, um die Behörden zu beruhigen?“, fragt Richter Andreas Kreutzer.

Der Angeklagte schweigt. Obwohl er vielleicht am meisten zur Klärung des Falls beitragen könnte. Er ist wegen des Besitzes von kinderpornografischen Bildern vorbestraft. Als er unter Bewährung stand, belästigte der Angeklagte Ende Juni 2016 ein zwölfjähriges Mädchen. Allerdings nicht in straffälliger Weise. Die Polizei machte eine Gefährderansprache. Da übergab Stefan G. den Beamten weitere kinderpornografische Dateien. Sein Kommentar: „Diese Dateien sind noch von der letzten Hausdurchsuchung.“ Dieses Mal wurde er vor dem Amtsgericht Burgwedel zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt. Dagegen wendet sich der Angeklagte mit einer Berufung vor dem Landgericht.

Für Richter Kreutzer ist klar: „Auch der nachfolgende Besitz ist strafbar.“ Völlig gleichgültig, ob der Angeklagte bereits einmal für den Besitz der verbotenen Bilder verurteilt wurde. Die Anwälte sehen das anders.

Und ist es wirklich so, dass es sich um „alte“ Dateien handelte. Die Festplatte mit den schlimmen Bildern war der Polizei nicht bekannt. Bei der ersten Durchsuchung sei sie nicht sichergestellt worden, sagte ein Ermittler aus. Umso wichtiger wäre es, dass der Angeklagte redet. „Es verwundert mich, dass Sie nicht sprechen“, sagt Richter Kreutzer.

Mit seiner Bewährungshelferin (51) hat Stefan G. viel gesprochen. „Anfangs hatte ich den Eindruck, dass ihm die Einsicht in seine Taten gefehlt habe“, sagte die Zeugin. Mittlerweile versuche er aber mit einer Therapie, seine Neigung in den Griff zu bekommen. Der Angeklagte absolviert eine ambulante Therapie in Göttingen. Über sein Verhalten und seine Zuverlässigkeit ist die Bewährungshelferin voll des Lobes. „Er zeigt sich in den Gesprächen sehr offen, und hat alle Termine eingehalten.“ Bei der ersten Hausdurchsuchung wurden 255 kinderpornografische und 378 jugendpornografische Dateien sichergestellt.

 Urteil 17. August

Von Thomas Nagel

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