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Christian I. beim Gang zu seinem Platz im Landgericht Hannover.

Christian I. beim Gang zu seinem Platz im Landgericht Hannover.
 © Foto: Wallmüller

Hannover

Hannover: Lebenslang für Krankenpfleger Christian I.

Ein 42-Jähriger hatte seine Geliebte Jana W. Anfang April erwürgt, die Leiche in einem Wald bei Dedensen versteckt. Jetzt verurteilte das Landgericht Hannover den gelernten Krankenpfleger wegen Mordes. Bis dato war er strafrechtlich nie auffällig – im Gegenteil: Kurz vor der Tat war er auf dem Jakobsweg gepilgert.

Hannover.  „Wenn ich könnte, würde ich die Zeit zurückdrehen und meine Tat ungeschehen machen – nicht weil ich mir selbst in der Zelle leidtue, sondern weil ich die Tat zutiefst bereue.“ Mit schwerer Stimme trug Christian I. am Montag seine abschließenden Worte vor dem Landgericht vor. Wenig später verurteilt das Gericht den Krankenpfleger aus Hannovers Oststadt wegen Mordes an Jana W. zu einer lebenslangen Gefängnisstraße - er hatte die 29-jährige aus Bad Nenndorf Anfang April in seiner Wohnung in der Oststadt erwürgt. Sein Verteidiger hatte achteinhalb Jahre Haft wegen Totschlags gefordert.

Bereits am ersten Prozesstag hatte der 42-Jährige gestanden, Jana W. getötet, sie im Wald bei Dedensen abgelegt zu haben und nach London geflüchtet zu sein – wo er sich später stellte. Beide lernten sich Anfang 2015 im Krankenhaus kennen, etwa zwölf Mal verabredete man sich seitdem zum Sex. Offenbar entwickelte Jana W. dabei ernstere Gefühle, die der 42-Jährige nicht erwiderte. Warum er sie am 2. April kurz nach der Rückkehr von einer Pilgerreise tötete, wisse er nicht. Die Staatsanwaltschaft vermutete: „Jana W. äußerte eigene Wünsche, das passte Ihnen nicht.“ Christian I. habe, einen Schlussstrich unter „die Nerverei“ ziehen wollen. Der Angeklagte widersprach, konnte sich seine Tat aber nur mit seinem hohen Alkoholpegel erklären. „Ich stehe jeden Tag fassungslos vor dem Spiegel!“

Auch das Gericht vermochte die Frage nach dem Motiv nicht zu klären, so Richter Wolfgang Rosenbusch. Jedoch gebe es keinen Zweifel, dass der Krankenpfleger sein Opfer heimtückisch erwürgte – juristisch gesehen ein Mordmerkmal. Jana W. lag arglos im Bett neben Christian I. als er sie gegen vier Uhr morgens berührte, Sex von ihr wollte. Als die 29-Jährige das ablehnte, habe er sie plötzlich geschlagen und gewürgt, bis sie kein Lebenszeichen mehr von sich gab. War der Krankenpfleger dabei vermindert steuerungsfähig, wie sein Anwalt glaubte? Etwa durch einen Alkoholpegel von 2,5 bis 3 Promille? Richter Rosenbusch bezweifelte die Angaben: „Sie waren angetrunken, aber nicht so, dass es ihr Unrechtsbewusstsein erheblich einschränkte.“ Auch eine psychologische Komponente – Christian I. wuchs in schwierigen Verhältnissen auf, soll eine narzisstische Akzentuierung der Persönlichkeit haben – sei nicht strafmindernd.

Die Mutter des Opfers hatte den Prozess gefasst verflogt, lediglich bei den abschließenden Worten von Christian I. war sie in stille Tränen ausgebrochen. Ihr Anwalt nannte das Urteil schlicht „richtig“, die Verteidigung kündigte dagegen Revision an: Das Gericht habe am Geständnis nur geglaubt, was seinem Mandant schade, nicht aber die schuldmindernden Aussagen, so Anwalt Holger Nitz.

Von Simon Polreich


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