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Meine Stadt Hannover: LKA auf der Jagd nach Kinderpornografie
Hannover Meine Stadt Hannover: LKA auf der Jagd nach Kinderpornografie
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00:16 24.04.2017
GERICHTSVERHANDLUNG: Erst am Freitag saß ein Mann in Hannover vor Gericht – er soll Kinderpornos verbreitet haben. Die Fallzahlen in Niedersachsen schwanken, jedoch auf hohem Niveau.  Quelle: dpa
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HANNOVER

Eigentlich ist der Trend gut: 2016 wurden weniger Fälle von Besitz von Kinderpornografie in Niedersachsen bekannt – „aber die Statistik schwankt immer wieder, wir bewegen uns in den vergangenen Jahren immer im Bereich zwischen 900 und 1500 Fällen“, sagt Michael Schillig. Er arbeitet im Landeskriminalamt in der Ansprechstelle Kinderpornografie – und kämpft gegen die Verbreitung von Material, das Kinder und Jugendliche in anzüglichen Posen, in schlimmsten Fall als Opfer einer Vergewaltigung zeigen.

Erst Ende März ist eine Studie vom Innenministerium des Landes veröffentlicht worden, in der abzulesen war, dass Beamte unter der Arbeit leiden – und die Belastung steigt. Schillig: „Das Problem ist nicht unbedingt die Anzahl an Fällen, sondern vielmehr, dass wegen der technischen Entwicklung immer größere Datensammlungen auf den Festplatten liegen.“ Weil Speichermedien immer günstiger würden und mehr Stauraum böten, hätten Pädophile den Zwang nicht mehr, Dateien zu löschen – und bauten teils erstaunliche Archive auf. Diese müssten durchgearbeitet werden.

Die Jagd nach den Kinderpornonutzern und vor allem -anbietern ist in der Regel keine lokale Aufgabe - immer wieder wird das LKA von internationalen Behörden angesprochen, wenn Spuren in anderen dortigen Fällen nach Niedersachsen führen. oder die Ermittlungen breiten sich von hier aus. Oft bringt das Überführen eines Täters weitere zum Vorschein. „Wir überprüfen dann natürlich Whatsapp-Gruppen, Tauschbörsen und anderes, um so an andere zu kommen“, sagt Schillig. Ein Schneeball-System, das im Idealfall zur Sprengung ganzer Ringe führt.

In vielen Fällen ist die Ermittlung der wahren Identität der Täter mit Schwierigkeiten verbunden. Kommunikationsmöglichkeiten im Internet verlangen in den meisten Fällen keine Verifizierung der Nutzerdaten oder der Betreiber des Dienstes hat seinen Firmensitz im Ausland., wo eine andere Strafbarkeit gegeben sein kann.

Nicht immer muss es sich bei den Bilder und Videos, die getauscht werden, um radikales Material handeln. Wenn Schillig und seine Kollegen Festplatten durchforsten, finden sie auch immer vermeintlich unschuldige Aufnahmen von Kindern zum Beispiel am Strand oder in der Badewanne. Auch deswegen betont der Beamte: Das Internet vergisst nicht - „Eltern sollten aufpassen, was sie wo posten.“
 

Von Sebastian Scherer

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