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Meine Stadt Hannover: So will die Faust leiser werden
Hannover Meine Stadt Hannover: So will die Faust leiser werden
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20:00 26.02.2019
WIRD ERSETZT: Der Glasvorbau vom Mephisto kommt weg, ein Anbau aus Stein soll eine Lärmschleuse bilden. Quelle: Wilde
Hannover

Auf dem Faustgelände kommt in diesem Jahr einiges in Bewegung. Nicht nur die, durch die 150 000-Euro-Landesförderung ermöglichte Dachsanierung steht auf dem Programm, sondern auch jede Menge kleinerer Baumaßnahmen. Die sollen in erster Linie den Lärmpegel senken.

Die Beschwerden von Anliegern hätten zwar abgenommen, so Faustgeschäftsführer Hans-Michael Krüger, aber ein paar gebe es halt immer noch. Sicherlich war es auch der offenen Haltung des Kulturzentrums, den Ärger der Betroffenen ernst zu nehmen, zu verdanken, dass sich die Wogen in Linden-Nord etwas glätteten. Dazu gehörte schließlich die Zusicherung, im Rahmen des Möglichen die Lärmbelästigung verringern zu wollen.

Mit Architekten Maßnahmeplan entwickelt

Seit nunmehr einem Jahr enden die Konzerte daher grundsätzlich um 22 Uhr. Bass- und Pegellimitierungen haben einige Veranstaltungen unmöglich gemacht, bei anderen die Qualität beeinträchtigt. Nun sollen bauliche Veränderungen helfen, das Lärmproblem in den Griff zu bekommen. Für die 60er-Jahre-Halle und das Mephisto sei mit Hilfe eines, dem Haus freundschaftlich verbundenen Architekten ein Maßnahmeplan entwickelt worden, der nun Zug um Zug umgesetzt werden soll. „Um die Lücken für den Schall zu schließen“, betont Krüger.

An der 60-er-Jahre-Halle sollen unter anderem die Fenster zugemauert werden. Quelle: Wilde

Als Erstes soll der Glaskasten am Mephisto weg und durch einen Anbau aus Stein ersetzt werden. Eine Schleuse, die den Schall auch dann drinnen lässt, wenn Besucher die Halle verlassen. An der 60er-Jahre-Halle sollen die derzeit noch mit Holzplatten versiegelten Fenster komplett zugemauert werden. Krüger: „Mauern sind schallisolierender als Holz.“ Auch die alten Lüftungen werden geschlossen. Die Absauganlage soll mit zusätzlichen Schalldämpfern aufgerüstet werden. Auch die Lüftungen auf den Toiletten sollen mit den Austrittsöffnungen nach oben verlegt und mit Schalldämpfern ausgestattet werden.

Finanzierung noch nicht gesichert

Noch ist die Finanzierung aller Arbeiten nicht ganz geklärt. Der Anbau am Mephisto befindet sich aktuell in der Planung, ihn soll die Faust-Stiftung bezahlen. Für die weiteren Arbeiten werden noch Unterstützer gesucht. Übrigens nicht nur finanzieller Natur. Auf Facebook sucht das Kulturzentrum gerade einen Maurer oder eine Maurerin, der oder die bei den Arbeiten in der 60er-Jahre-Halle mithelfen möchte.

Ob von der Stadt zusätzliche Fördergelder zu bekommen sind, dürfte eher fraglich sein. Schließlich hofft die Faust hier schon auf Mittel für die notwendigen Brandschutzarbeiten. Etwa 30 000 Euro kosten die Erneuerungen oder Ertüchtigungen von Fluchttüren und Fluchtwegbeleuchtungen, die ebenfalls noch in diesem Jahr durchgeführt werden müssen. Zusammen mit der Dachsanierung also ein umfangreiches Programm.

Von Andreas Krasselt

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