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Ordentlich aufgereiht: Leihräder der Firma Obike tauchten auch am Maschsee-Nordufer auf.

Ordentlich aufgereiht: Leihräder der Firma Obike tauchten auch am Maschsee-Nordufer auf.
© Foto: Heidrich

Leihräder

Hannover: Kritik am neuen Radverleihsystem

CDU fürchtet „Schrottplätze“. SPD bemängelt Ortskenntnis. Bisher keine Beschwerden bei der Stadt.

Hannover. Seit gut einer Woche hat die Firma Obike aus Singapur 500 Leihräder in Hannover im Einsatz. Während das Unternehmen von einem erfolgreichen Start und viel Zuspruch berichtet, gibt es Kritik aus der Politik. „Ich habe schon an mehreren Stellen gesehen, dass die Räder einfach auf dem Bo­den herumliegen. Ich glaube, dass das für Hannover kein Gewinn sein wird“, sagt Felix Blaschzyk, bau- und verkehrspolitischer Sprecher der CDU.

Er hat die Befürchtung, „dass hier an einigen Stellen mit der Zeit neue Fahrradschrottplätze entstehen werden“. Aus Sicht von Blaschzyk wäre das zum Teil auch die Schuld der Stadt. „Sie hat es versäumt, rechtzeitig ein eigenes Verleihsystem auf den Weg zu bringen“, kritisiert er. Der CDU-Mann hielte es für besser, wenn es in der Stadt feste Stationen gebe, an denen man Räder ausleihen kann, während Obike diese an vielen verschiedenen Punkten verteilt und diese auch fast überall abgestellt werden dürfen.

Auf SPD-Verkehrsexperte Lars Kelich wirkt das Vorgehen von Obike „ein bisschen chaotisch“. Fahrräder seien an Stellen aufgetaucht, an denen es „keinen Publikumsverkehr gibt. Da scheint es den Verantwortlichen an Ortskenntnis zu fehlen“, sagt Kelich, der sich dafür ausspricht, dass die Stadt weiter an einem eigenen Verleihkonzept arbeiten sollte.

Das sieht auch Elisabeth Clausen-Muradian so, die bau- und verkehrspolitische Sprecherin der Grünen. Sie glaubt, dass die einfachen Räder von Obike von manchen nicht genutzt würden. Auch wünscht sie sich, dass die Stadt ein Verleihsystem etabliert, bei dem auch E-Bikes und Lastenräder angeboten werden. „Da besteht große Nachfrage“, sagt Clausen-Muradian.

FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke hofft, dass es „nicht zu Situationen wie in München kommt, wo Räder mit dem Radlader weggeräumt werden mussten“. Grundsätzlich steht er dem Angebot aber offen gegenüber. „Wenn es funktioniert, muss die Stadt selbst nicht aktiv werden“, erklärt Engelke. Wichtig sei, dass „der Steuerzahler nicht für das Verleihsystem zahlen muss“.

Laut Stadt gab es bisher keine Beschwerden über Obike.

Von Christian Bohnenkamp


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