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Meine Stadt Hannover: Kommt die Chip-Tonne?
Hannover Meine Stadt Hannover: Kommt die Chip-Tonne?
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00:16 10.05.2017
Quelle: dpa
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Hannover

Das Ziel ist klar, der Weg dahin noch nicht: Die Regionspolitiker wollen Müllvermeidung künftig stärker belohnen. Dazu soll die Mindestmenge beim Restabfall reduziert werden (NP berichtete). Doch wie soll das funktionieren? „Wenn es für einige billiger wird, kann es für andere bedeuten, dass es teurer wird“, sagt Fabian Peters (Grüne). Aus diesem Grund sind Grüne, Linke und Liberale bereit, neue Wege zu gehen. Sie können sich die Chip-Tonne vorstellen. „In Celle, Gießen und Bremen funktioniert das“, sagt Mi­chael Fleischmann (Linke). Das Prinzip, das dahintersteckt: Die Tonne wird nur abgeholt, wenn sie voll ist. Gezahlt wird nur für die Leerung. Wobei eine Mindestzahl an Leerungen pro Jahr sozusagen als Grundgebühr gilt.

Bernward Schlossarek (CDU) meint: „Es darf keine Denkverbote geben.“ Auch er kann sich die Chip-Tonne vorstellen. Nur die SPD lehnt das Modell ab. „Das System ist nicht störungssicher“, so Wolfgang Toboldt. Er hält hingegen kleinere Restmülltonnen für sinnvoller. Ein weiteres Problem: Im Umland entsorgen viele Menschen ihren Restabfall noch im Sack. Fraktionsübergreifend be­steht Einigkeit, dass zwei Abfuhrsysteme unnötige Kosten produzieren. „Die Restmülltonne ist deutlich teurer, weil die Tonnen vom Grundstück geholt werden müssen“, sagt Christiane Hinze (FDP). Die Säcke stünden abholbereit vor der Tür. Diese Sicht der Dinge teilt die CDU. Es gibt es aber auch Expertenmeinungen, die von 2,5 bis fünf Millionen Euro Mehrkosten ausgehen – we­gen der Sackabfuhr.

Sozialdemokrat Toboldt  könnte sich vorstellen, dass es einen Gebührenrabatt gibt, wenn man die Restmülltonne vor die Tür schiebt. Die Freunde des Abfallsackes wollen hingegen, dass nur die benötigten Behälter bezahlt werden müssen. Hinze von der FDP  glaubt, dass das einfach umzusetzen ist. Und zwar über Jahreszahlaufkleber, deren Verbrauch dann abgerechnet werde. Toboldt denkt eher an eine Verkleinerung der Säcke oder an die Reduzierung der zugeschickten Behälter. Wie dem auch sei: Die Gebühren sind bis Ende 2018 kalkuliert. Bis  zum  Sommer 2018 hat die Politik Zeit, mehr Anreize bei der Müllvermeidung zu setzen.

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