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Meine Stadt Hannover: Kommen die Gleise 15 und 16?
Hannover Meine Stadt Hannover: Kommen die Gleise 15 und 16?
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19:37 30.07.2018
Hannover

Der Hauptbahnhof Hannover platzt schon jetzt aus allen Nähten. Ein weiterer Ausbau des Nahverkehrs? Kaum denkbar. Schon seit Jahren wird deshalb über den Bau von zwei neuen Gleisen auf der Raschplatzseite des Bahnhofes diskutiert. Nun wird es endlich konkret. Noch in diesem Herbst will der Bund nach Informationen der NP darüber entscheiden, ob er das Projekt in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030 aufnimmt. Damit wäre die Finanzierung des Vorhabens gesichert.

Kosten rund 25 Millionen

Die Region, die im Raum Hannover für den Nahverkehr zuständig ist, hatte sich lange sehr zurückhaltend zu dem Projekt geäußert. Dasselbe gilt für die Deutsche Bahn. Wer sich zuerst zu weit vorwagt, muss den Löwenanteil für den Bau der Gleise 15 und 16 aufbringen, der auf rund 25 Millionen Euro geschätzt wird – so schien die Sorge der Verhandlungspartner zu sein.

Hinter den Kulissen liefen die Vorbereitungen aber längst. Die Region hat schon vor Jahren nach und nach die notwendigen Flächen für den Bau der zusätzlichen Gleise auf der Nordostseite des Bahnhofs gekauft. Diese waren dafür auch immer freigehalten worden. Zwischen Gleis 14 und dem ZOB sowie dem Parkhaus an der Rundestraße gibt es dafür genügend Platz.

Zwei Gleise als Entlastung während Umbau

Regionsverkehrsdezernent Ulf-Birger Franz sieht die Erweiterung der Gleiskapazität aber nicht nur vor dem Hintergrund eines Ausbaus des Nahverkehrs. „Eine Entscheidung sollte vor Beginn der umfassenden Sanierungsarbeiten im Hauptbahnhof erfolgen“, fordert er. Der Ball liege nun „vor allem beim Bund“, so der Dezernent.

Tatsächlich könnten zwei zusätzliche Gleise Entlastung beim Umbau des Hauptbahnhofs bringen. Rund zehn Jahre wird dieser dauern. Sämtliche Gleisbrücken müssen erneuert werden. In diesem Zeitraum werden immer wieder Gleise gesperrt werden müssen.

Der Haken: Selbst wenn jetzt eine schnelle und für Hannover positive Entscheidung des Bundes fallen sollte, wären die Gleise wohl erst in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre einsatzbereit. Sie würden zumindest in den ersten Jahren des Umbaus keine Entlastung bringen.

Baubeginn wohl 2021

Den Start der Arbeiten im Hauptbahnhof plant die Bahn laut Sprecher Egbert Meyer-Lovis für das Jahr 2021. Bis dahin könnten „die zusätzlichen Gleise nicht realisiert werden, da die Planungen, das Planfeststellungsverfahren und der Bau einige Jahre in Anspruch nehmen würden“.

Dringend benötigt werden die Gleise allerdings dennoch. Bei der S-Bahn haben sich die Fahrgastzahlen auf rund 100 000 nahezu verdoppelt. Und wenn mit dem Fahrplanwechsel im Dezember der Halbstunden-Takt auf der Strecke Hannover-Braunschweig kommt, ist der Hauptbahnhof mit täglich rund 750 Zügen komplett ausgelastet.

Neben der Region hatte sich deshalb auch der scheidende Konzernbevollmächtigte der Bahn für Niedersachsen und Bremen, Ulrich Bischoping, zuletzt mehrfach für den Bau der Gleise 15 und 16 stark gemacht.

Seine Nachfolgerin Manuela Herbort hat sich dazu öffentlich noch nicht direkt geäußert. Dem Umbau des Hauptbahnhofs in Hannover misst sie jedoch eine hohe Bedeutung zu. Das hatte sie gleich in ihrer Antrittsrede deutlich gemacht. Obwohl der Bahnhof „eh schon voll ausgelastet“ sei, sollten die „Auswirkungen für die Kunden so beherrschbar wie möglich“ bleiben.

Auch die Bewältigung der „wachsenden Nachfrage im Nahverkehr“ hält sie für eine besondere Herausforderung. In Hannover wird dies ohne Gleis 15 und 16 wohl nicht funktionieren.

von Christian Bohnenkamp

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