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Meine Stadt Hannover: Kommen bald auch Gender-Klos?
Hannover Meine Stadt Hannover: Kommen bald auch Gender-Klos?
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15:50 11.02.2019
Dieses Logo macht deutlich: Hier ist eine Unisex-Toilette für alle. Quelle: Hermann
Hannover

In Sachen Sprache hat sich Hannovers Verwaltung klar positioniert: Sie will durch die Verwendung des Gendersternchens auch dem sogenannten dritten Geschlecht gerecht werden. Für Toiletten ist allerdings noch ungeklärt, wie das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes von November 2017 berücksichtigt werden muss. Dieses hatte festgelegt, dass der Gesetzgeber bei seinen Entscheidungen generell beachten müsse, dass es nicht nur zwei Geschlechter gibt.

Laut Stadtsprecher Dennis Dix sind zumindest für Unisex-Toiletten, die von allen Geschlechtern genutzt werden könnten, „die rechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben“. Der Gesetzgeber sei nun gefordert zu prüfen, welche weiteren Regelungsbedarfe es gebe.

Bauordnung sieht nur Trennung in Männer und Frauen vor

Die Umwandlung von Klos für Männer und Frauen in Unisex-Toiletten scheitert derzeit an der Niedersächsischen Bauordnung. In dieser ist geregelt, dass Toiletten, die nicht zu Wohnungen gehören und für mehr als 20 Personen benötigt werden, getrennte Räume für Männer und Frauen haben müssen. Das dritte Geschlecht kommt in dem Gesetz gar nicht vor. Schon kurz nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes hatte die Stadt deshalb im Wirtschaftsausschuss auf Nachfrage der CDU erklärt, dass der Bau von Unisex-Toiletten nach ihrer Einschätzung sogar rechtswidrig sei.

Das allerdings sieht das Land anders. „Dem Bauherren steht es natürlich frei, Unisex-Toiletten über das bauordnungsrechtliche Maß hinaus zu schaffen“, sagt eine Sprecherin des Niedersächsischen Umweltministeriums, das auch für Bauen zuständig ist. Heißt: Ein zusätzliches drittes Klo für alle Geschlechter ginge in Ordnung.

Land würde dritte Toiletten begrüßen

Es gebe aber „keine Überlegungen, Unisex-Toiletten baurechtlich verbindlich vorzuschreiben“, so die Sprecherin. Wünschen würde sich das Land deren Bau aber sehr wohl, jedenfalls „in Bereichen, in denen es hierfür einen besonderen Bedarf gibt, wie etwa bei Veranstaltungsorten oder in großen öffentlichen Einrichtungen und Firmen“, teilt das Ministerium mit.

Das Hainberg-Gymnasium in Göttingen hat sich schon im Herbst an die Empfehlung gehalten und auf Initiative der Schüler zwei Unisex-Toilettenräume eröffnet. Auf deren Tür steht nun einfach „Toilette“. Eine Trennung in Männer und Frauen gibt es nicht.

In Hannover ist das derzeit allerdings nicht geplant. Das Gleichstellungsbüro der Stadt hat sich zuletzt intensiv mit den neuen Sprachregeln für die Mitarbeiter der Verwaltung beschäftigt. Mizt der Einrichtung von Unisex-Toiletten hat es sich allerdings noch nicht intensiver befasst.

Dennoch gibt es auch in Hannover schon städtische Unisex-Toiletten. Draußen gelten nämlich andere Regeln als in Gebäuden. Dort hat die Stadt schon eine ganze Reihe von Klos aufgestellt, die von allen Geschlechtern gleichsam genutzt werden können – zum Beispiel auf dem neu gestalteten Marstall-Platz.

Von Christian Bohnenkamp

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