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Meine Stadt Hannover: Kita-Stadtelternrat startet Online-Petition
Hannover Meine Stadt Hannover: Kita-Stadtelternrat startet Online-Petition
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00:16 22.03.2017
Mark Leese mit seiner Frau Eileen, den Kindern Lennard (fast 2, links) und Marwin (3). Quelle: Nancy Heusel
hannover

Zum 1. August geht es Hannovers Eltern ans Geld. Grund: Die Gebühren für Krippen, Kindergärten und Horte steigen drastisch an (NP berichtete). Für vermeintliche Besserverdiener bedeutet das eine Erhöhung von bis zu 23 Prozent. Der Protest der Eltern wird inzwischen immer lauter.

Der Kita-Stadtelternrat geht nun einen weiteren Schritt. „In voraussichtlich zwei Wochen starten wir eine Online-Petition, um die Kuh endlich vom Eis zu kriegen“, sagt Peter Schulze vom Kita-Stadtelternrat. Ziel der Petition sei es, den Rat „endgültig davon zu überzeugen, Kita-Gebühren komplett abzuschaffen“. Schulze: „Auch frühkindliche Bildung ist Bildung und muss daher kostenlos sein.“

Sandra Brömer aus Herrenhausen ist seit vier Jahren alleinerziehend. Sohn Ben ist neun Jahre alt und geht in die dritte Klasse. Nach der Schule geht der Neunjährige in den Hort. „Ohne den Hortplatz wäre es nicht anders zu regeln, denn ich arbeite Vollzeit“, so Brömer. Noch zahlt sie monatlich 195 Euro für den Hort, ab August werden es 233 Euro sein. „Denn auch ich als Alleinerziehende falle in die höchste Beitragsstufe. Damit werde ich von der Stadt mit echten Topverdiener, die als Vorstand oder Manager arbeiten, in einen Topf geworfen, Und das soll gerecht sein?“

Brömer ist wütend. Sie bedauert, dass die „Relation der Beiträge nach oben hin einfach nicht passt“. Die Alleinerziehende gesteht offen: „Da muss man sich wirklich fragen, ob es sich am Ende noch lohnt, sich jeden Tag diesen Stress mit dem Job anzutun. Aber vielleicht will die Stadt ja genau das mit der Erhöhung erreichen: Dass die Frauen wieder am Herd bleiben.“

Diese drastische Erhöhung sei ein „heftiger Faustschlag ins Gesicht“, sagt Mark Leese. Zusammen mit seiner Frau hat er zwei Jungen (fast zwei und drei Jahre alt). Beide Jungen gehen in die Krippe. Insgesamt hat die Familie monatlich rund 3400 Euro auf dem Konto. Und fällt auch damit genau in die höchste Beitragsstufe. Leese: „In den Augen der Stadt sind wir also Gutverdiener. Komisch, dass das Geld trotzdem vorne und hinten kaum reicht.“

Ab August müssen die Leeses allein für die Kinderbetreuung 510 Euro bezahlen – und damit 100 Euro mehr als bislang. Die Erhöhung treffe „ganz klar die Falschen“, beklagt der Vater. Man müsse sich schon überlegen, ob sich unter diesen Voraussetzungen Arbeiten überhaupt noch rechnet.

Der Familienvater Leese wünscht sich ein klares Bekenntnis der Stadt zu Familien: „Und das muss auch mit einer starken Entlastung der Eltern einhergehen. es darf nicht sein, dass Kinder immer mehr zum Armutsrisiko werden.“

Von Britta Lüers

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