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Meine Stadt Hannover: Kinderschänder muss fünf Jahre ins Gefängnis
Hannover Meine Stadt Hannover: Kinderschänder muss fünf Jahre ins Gefängnis
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00:23 31.05.2018
Kevin E. (links) muss für fünf Jahre ins Gefängnis Quelle: Nagel
hannover

Äußerlich ungerührt nimmt Kevin E. (24) auf der Anklagebank im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Platz. Es hätte schlimmer für ihn kommen können. Wegen schweren sexuellen Missbrauchs an zwei Mädchen (12 und 8 Jahre alt) verurteilte ihn Richter Stefan Lücke am Montag zu fünf Jahren Haft. Die Staatsanwältin hatte sieben Jahre gefordert.

Welche Rolle spielten die Eltern der Mädchen?

Doch eigentlich hätten auch die Eltern von Chantal und Isabell (Vornamen geändert) auf die Anklagebank gehört. „Sie haben sich überhaupt nicht um die Kinder gekümmert“, sagt der Richter. Wenn der Angeklagte mit den Mädchen im Zimmer verschwand, hätte das niemand interessiert. Häufiger habe der Angeklagte auch in der Wohnung der Mädchen übernachtet.

Kevin E. hatte sieben Taten von Juni bis November 2017 gestanden. Die Verbrechen ereigneten sich in einem sozial-prekären Milieu in Groß-Buchholz.

Bruder von Kevin E. sitzt bereits im Gefängnis

Und zumindest Chantal wurde nicht zum ersten Mal Opfer eines sexuellen Missbrauchs. Der älteste Bruder von Kevin E. sitzt eine langjährige Haftstrafe ab. Er hatte sich an dem Kind vergangen. Demnächst sitzt der Zwillingsbruder von Kevin im Landgericht auf der Anklagebank. Auch er soll zumindest das ältere Mädchen missbraucht haben.

Kevin E. belasteten vor allem WhatsApp-Nachrichten. „Er hat darin massiv auf das Mädchen eingewirkt, damit sie noch ein Mal Sex mit ihm hat“, sagte Lücke. Auch andere Männer hätten mit Chantal Botschaften ausgetauscht.

Hörbehinderte Mutter will von nichts gewusst haben

Es liegt der Verdacht nahe, dass das Kind von weiteren Männern missbraucht worden sei. „Inwieweit das mit Wissen der Mutter geschah, konnte hier nicht geklärt werden“, erklärte der Vorsitzende Richter der Jugendkammer 1. In ihren Aussagen hatte die Mutter (46) auf ihre starke Hörbehinderung verwiesen. So begründete sie, von nichts gewusst zu haben.

Das Gericht lag mit dem Urteil sehr nah an dem Antrag von Anwalt Philipp Kaiser. Er hatte viereinhalb Jahre Gefängnis für seinen Mandanten beantragt. Die Erklärung des Anwalts mit dem eindeutigen Geständnis hat dem Angeklagten sicher zwei bis drei Jahre Haft erspart. Auch bei belastenden Details (einmal hatte Kevin E. das Zimmer abgeschlossen, ein anderes Mal hatte er Chantal festgehalten) zauderte E. nicht und gestand. So ersparte er den Kindern eine Aussage vor Gericht. Die Mädchen leben mittlerweile in einer Jugendeinrichtung.

Von Thomas Nagel

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