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Meine Stadt Hannover: Keks-Dieben wird auf Zahn gefühlt
Hannover Meine Stadt Hannover: Keks-Dieben wird auf Zahn gefühlt
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10:24 07.02.2013
Ist er selbst das Krümelmonster? Pedro Prüser. Quelle: Petrow
Hannover

Er ist ein Paradiesvogel, ein Weltverbesserer, der selbstgekrönte „Kaiser von Hannover“. Doch steckt Künstler Pedro Prüser (41) auch mit dem „Krümelmonster“ unter einer Decke? Ist er es vielleicht sogar höchstpersönlich?

Die Polizei führt ihn bei den Ermittlungen um den gestohlen Gold-Keks als Zeugen. Zwei Stunden lang seien er und sein Freund Alex (32) am Dienstagabend von Beamten im rätselhaften Krümelmonster-Fall befragt worden. Zuvor hatten die Hobbyfilmer bereits einen umstrittenen Polizei-Einsatz in den Redaktionsräumen der NP ausgelöst. Sie hatten das verdächtige „Krümelmonster“ am späten Nachmittag „rein zufällig“ vor der Uni Hannover gefilmt und die Bilder in der Redaktion abgegeben.

Prüser schiebt jeden Zusammenhang oder eine Komplizenschaft mit dem „Krümelmonster“ von sich: „Nein, ich war das nicht. Ich bin nicht das Krümelmonster! Und ich stecke auch nicht mit Bahlsen unter einer Decke. Aber ich finde die Idee mit dem Brief genial.“ Er gibt aber zu: „Teilweise wäre ich es gerne. Aber eine Straftat bleibt eine Straftat und darf nicht verherrlicht werden.“

Noch bevor der Keks (der Original-Leibnizkeks hat 52 Zähne) am Dienstagmorgen (es war der 5.2., also 52. Ein Zufall?) am Hals des Niedersachsenrosses vor der Uni entdeckt worden war, postete der Comedian auf seiner Facebook-Seite ein Foto von sich vor dem Bahlsen-Stammsitz. Über ihm die „Brezelmänner“. Prüsers Kommentar: „Vielleicht das letzte Bild mit ohne Keks“.

Schon vorher verging kaum ein Tag, an dem Prüser nicht auf seinem Profil über den Keks-Fall schrieb. Mal ein Link zu seinem eigens komponierten „Krümelmonster“-Song: “Wo ist der Keks, gib’ ihn wieder her ...!“, mal fragten seine Facebook-Freunde „*räusper* ... Pedro... bist Du vielleicht das Krümelmonster? Wär doch cool ;-)“. Seine Antwort: „Nein, das bin ich nicht!“

Am Dienstag nun also das „rein zufällige“ Zusammentreffen mit dem verdächtigen „Krümelmonster“ vor der Leibniz-Universität. Prüser: „Wir haben sogar kurz mit ihm gesprochen, gefragt, ob wir es filmen dürfen. ‘Nein, das ist ja sowieso alles schon aufregend genug’ antwortetet dieses.“ Und sogar den Mann hinter der Maskerade habe Prüser gesehen: „Nur wenige Sekunden. Das waren normale Studenten, sehr charismatisch. Mit der Stadtbahn sind sie anschließend Richtung City gefahren.

Den Kopf des Monsters trugen sie in einer durchsichtigen Plastiktüte.“ Nach NP-Informationen soll die Polizei, die weiterhin keine heiße Spur vom Täter hat, sogar 13 Video-Bänder aus Stadtbahnen bei der Üstra angefordert haben. Sieht man auf den Überwachungsbildern den wahren Täter? Oder doch Prüser? Denn sind so viele Zufälle wirklich noch zufällig?

„Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich denken, ich bin das Krümelmonster“, sagt der Comedian und lacht. „Wir sind beide sozial und humorvoll. Auch ich will die Welt verbessern, neue Denkanstöße geben und helfen.“ Aber: „Ich bin zwar der Kaiser und dem Kaiser gehört alles. Aber auch für mich gelten Regeln und Gesetze.“ Und wie würde der „Kaiser von Hannover“, der ja zwangsläufig auch die höchste Gerichtsbarkeit am Platze ist, das „Krümelmonster bestrafen“? Prüser: „Harte Frohndienste, da wo sie gebraucht werden. Vielleicht mit den Klinikclowns auf der Bult die versprochenen Bahlsen-Kekse verteilen. Auf jeden Fall hart arbeiten – im Kostüm versteht sich.“ So in der Art hatte das ja auch der lustig-soziale Keks-Erpresser gefordert. Wohl nur Zufall ...

Britta Mahrholz, Britta Lüers

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