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Großprojekt: Erste vorbereitende Arbeiten auf dem alten ZOB, dem sogenannten Lister Dreieck, haben schon begonnen. Mit dem Baubeginn ist laut Bahn aber erst im ersten Quartal 2017 zu rechnen. Foto: Wilde

Bauprojekt

Hannover: Kein Platz im Bahn-Neubau?

1100 Mitarbeiter sollen im Neubau der Bahn auf dem alten ZOB arbeiten. Für sie wird es aber nur gut 700 Schreibtische geben. Ein Teil der Mitarbeiter soll flexibel von zu Hause oder anderswo arbeiten. Bei der Gewerkschaft stößt das Konzept auf deutliche Kritik.

Hannover. 28 000 Quadratmeter Geschossfläche soll der Neubau für die Deutsche Bahn auf dem alten ZOB haben. Eines der größten Bauprojekte Hannovers in den kommenden Jahren. Und doch wird es offenbar eng mit dem Platz in dem Gebäude. Wie die Eisenbahnergewerkschaft EVG berichtet, ist bei den Planungen aufgefallen, dass viele Mitarbeiter größere Schreibtische brauchen, als ursprünglich vorgesehen. Statt 850 Arbeitsplätzen soll es nun nur noch 720 geben.

„Viele Mitarbeiter arbeiten mit sehr großen Plänen, die sie auf den Standardschreibtischen gar nicht ausbreiten können“, erklärt Peter Strüber, Geschäftsstellenleiter der EVG in Hannover. Das habe nun auch zur Folge, dass nicht 24 der in der Stadt verstreuten Abteilungen einziehen werden, sondern nur noch 13.

Der Plan, sämtliche Mitarbeiter im Neubau auf dem alten ZOB sowie bei der DB Netz an der Lindemannallee zu konzentrieren, sei damit nicht zu halten. „Es wird auch künftig mehr Standorte in Hannover geben“, sagt Strüber.
Zumal ein weiteres Problem noch nicht gelöst ist: Die 720 Schreibtische im Gebäude sollen von 1100 Mitarbeitern genutzt werden. Feste Arbeitsplätze soll es nicht geben. Wer zum Dienst kommt, holt sich seinen Container oder Koffer mit Material und sucht sich innerhalb seiner Abteilung einen freien Platz.

„Flex@work“ (flexibel bei der Arbeit) heißt das Konzept, auf das die Planer der Bahn setzen. Mitarbeiter sollen dabei auch von zu Hause arbeiten können. „Die wesentlichen Vorteile sind bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, Reduzierung von täglichen Fahrtzeiten und eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit“, sagt Bahnsprecherin Angelika Theidig.

Die Gewerkschaft hingegen zeigt sich wenig begeistert von dem Konzept. „Unser Eindruck ist, dass es der Bahn vor allem darum geht, dass möglichst wenig Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz erscheinen, weil einfach nicht genug Flächen im Neubau vorgesehen sind“, kritisiert EVG-Geschäftsstellenleiter Strüber. Er fürchtet, dass die tägliche Suche nach einem freien Schreibtisch zu einer „Reise nach Jerusalem wird“. Zudem bestehe die Gefahr, dass Arbeitsabläufe und Teamarbeit unter dem neuen Konzept leiden werden.

Christian Bohnenkamp


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