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Meine Stadt Hannover: Kein Notdienst bei Kita-Warnstreik
Hannover Meine Stadt Hannover: Kein Notdienst bei Kita-Warnstreik
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14:48 14.03.2018
Quelle: dpa
Hannover

Viele Eltern hat die Nachricht am Dienstagabend eiskalt erwischt: Die Kitas bleiben heute geschlossen – jedenfalls die der Stadt Hannover. Eltern müssen nun auf Betreuungsalternativen umsteigen.

Auch Wiebke Kontzog (39) ist betroffen: Das Familienzentrum in der Nie-schlagstraße (Linden) bleibt heute geschlossen. „Für mich ist das eine Vollkata­strophe“, sagt die dreifache Mutter und lacht. Sie ist hochschwanger, ihr viertes Kind könnte jeden Moment zur Welt kommen: „Ich hoffe, dass es sich nicht morgen auf den Weg macht, wenn ich die anderen drei zu Hause bespaße.“ Doch trotz ihrer persönlichen Situation kann sie den Streik gut nachvollziehen und spricht sich für die Arbeitsniederlegung der Erzieher aus: „Gerade hier im Familienzentrum wird jeden Tag so viel für unsere Kinder gegeben, da ist es nur vernünftig, dass die Erzieher auch mal für ihre eigenen Bedürfnisse kämpfen.“
Mit dieser Einstellung ist Kontzog nicht allein: Eike Karstens (38) und seine Lebensgefährtin Louisa Kratzke (33) finden, dass gerade Erzieher unbedingt auf die Straße gehen sollen. „Sie leisten jeden Tag so gute Arbeit und sollten von dem Streik unbedingt profitieren“, findet Karstens. Das Paar wird von dem Streik in der Kita Röntgenstraße (List) nicht allzu sehr eingeschränkt – die einjährigen Zwillinge Fiete und Hanna bleiben heute mit ihrer Mutter zu Hause. Louisa Karstens ist Studentin und im Moment noch beurlaubt. Sie kann sich kümmern.

Tanja Baar hingegen muss ihren Tag für die Betreuung von Naya (5) umplanen: „Dadurch, dass ich selbstständig bin, habe ich aber Glück und kann flexibel reagieren.“ Die 41-Jährige betreibt in der List eine Hundetagesstätte. Den Streik unterstützt sie. Dennoch hofft sie, „dass es nicht so ausartet wie vor drei Jahren“. Da dauerte der Streik vier Wochen, und die Eltern in der Röntgenstraße mussten eine eigene Notbetreuung einrichten.

Peter Schulze vom Stadtelternrat bleibt gelassen. Nun könne man überprüfen, „wie familienfreundlich Arbeitgeber wirklich sind“. Schließlich müsse man nicht zwingend zu Hause bleiben. Es gebe auch Möglichkeiten, Kinder mit zur Arbeit zu bringen.

Sarti

Zur Info

Schlechte Nachrichten für Eltern oder Alleinerziehende – sie müssen heute Morgen umplanen, denn alle 42 städtischen Kitas in der Landeshauptstadt bleiben dicht, teilte die Stadt gestern mit. Was für ein zusätzliches Problem bei vielen sorgen dürfte: Eine Notfall-Kita richtet die Stadt Hannover nicht ein. Über diese hätte man mit der Gewerkschaft verhandeln müssen, habe davon aber wegen des angekündigten eintägigen Warnstreiks Abstand genommen, so Stadtsprecherin Konstanze Kalmus: „Eltern müssen die Be­treuung ihrer Kinder heute selber organisieren, so leid uns das tut.“

Noch nicht abschließend geklärt sei, ob die Eltern die Kita-Gebühr für den Tag Ausfall zurückerstattet bekommen. Beim letzten Kita-Streik im Frühjahr 2015 hatte die Stadt den Eltern die Gebühren zurückerstattet, damals waren die Einrichtungen allerdings auch über Wochen ge­schlossen. Und eine Erstattung sei auf Kulanzbasis erfolgt, so die Stadt weiter.

voi

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