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Meine Stadt Hannover: Jobcenter geht bei der Integration neue Wege
Hannover Meine Stadt Hannover: Jobcenter geht bei der Integration neue Wege
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00:21 19.03.2018
SCHULUNG: Maren Brügger erklärt die richtigen Handgriffe beim Umlagern, danach wird geübt. Die Flüchtlinge wollen später in der Pflege arbeiten. Quelle: Foto: Wilde
HANNOVER

Pflegekräfte werden dringen gesucht. Und auch in anderen Branchen herrscht starke Nachfrage. Auf der anderen Seite gibt es unter den 8000 Flüchtlingen, die derzeit vom Jobcenter betreut werden, viele mit dem Potenzial zu einer beruflichen Qualifikation. Das will ein gemeinsames Projekt der Behörde mit dem Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) fördern.

Ali Murad Hairan kommt aus dem Irak. Er gehört zu der verfolgten Minderheit der Jesiden und ist als Flüchtling anerkannt. Der 30-Jährige stammt aus einer Bauernfamilie, hat viel in der Landwirtschaft gearbeitet. Gelernt aber hat er Friseur, Herrenfriseur. „Für die Damen muss er noch etwas lernen“, sagt Ausbilder Yalcin Karakurt schmunzelnd.

Sprache ist und bleibt das größte Hemmnis bei Qualifikation und Integration „Sprache aber lernt man nirgends so gut wie im praktischen Tun“, betont Tobias Lohmann, Sprecher der BNW-Geschäftsführung. Der Integrationskurs bleibt zwar der zentrale Pfeiler, das Projekt versteht sich aber als wichtige Ergänzung.

Es beginnt mit einer einwöchigen Clearingphase, in der die Kompetenzen des Teilnehmers festgestellt werden. In der anschließenden Aktivierungsphase geht es um Berufskunde mit praktischem Schwerpunkt. Die Flüchtlinge können in sechs Fachbereichen geschult werden, darunter Friseur und Kosmetik, Pflege, Metall sowie Holz. Derzeit gibt es 450 Teilnehmer.

Jeder wird zusätzlich von einem Sozialpädogen und einem Job-Coach persönlich betreut. Die Maßnahme nennt sich daher „Alles aus einer Hand“, denn die Betreuer sind direkt vor Ort eingebunden. „Das gesamte Förderinstrumentarium steht dort uneingeschränkt zur Verfügung“, so Dietmar Langer aus der Geschäftsführung des Jobcenters. „Es gibt eine sehr individuelle Unterstützung.“ Das Projekt bündelt aber auch 32 frühere Maßnahmen, bei denen angesichts der Vielzahl von Trägern niemand mehr so richtig durchzublicken schien. „Da haben wir uns die Rosinen rausgepickt“, sagt Langer, „und ein Komplettangebot entwickelt.“

Von Andreas Krasselt

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