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Sohn Lukasz R. vermisst seinen Vater Janusz R. (kleines Bild)

© Behrens

Sohn kritisiert Rettungskräfte

Hannover: Janusz R. noch immer verschollen

Der polnische Handwerker Janusz R. ist seit Tagen verschollen. Sein Sohn kritisiert die Rettungskräfte der Feuerwehr, die den 52-Jährigen zuletzt gesehen haben.

Hannover. Seit einer Woche wird Janusz R. (52) bereits vermisst. Nach einer Weihnachtsfeier am 21. Dezember war der selbstständige Handwerker nicht mehr nach Hause gekommen.

„Er wollte nur kurz raus aus der Bahn“, sagt sein Sohn Lukasz R., der in der Nacht mit seinem Vater auf dem Heimweg war und ihn am Vahrenheider Markt aus den Augen verloren hatte. Gemeinsam arbeiten sie für einen Baubetrieb aus der List. Nun sucht er schon seit einer Woche verzweifelt nach seinem Vater: „Wir fahren jeden Tag die Krankenhäuser und Obdachlosenheime ab und fragen auch im Bahnhof nach“, erzählt der 28-Jährige. Aufgeben? Das kommt für ihn und seine Stiefmutter Marta nicht infrage. Auch wenn die Polizei der Familie nicht mehr helfen kann. „Sie haben alles unternommen, was sie konnten“, sagt Lukasz R. Mit einem Hubschrauber, Hunden und berittenen Beamten hatte die Polizei nach dem Vermissten gesucht. Bislang war jede Suchaktion ergebnislos geblieben.

Kritik an Sanitäter

Doch eines versteht der 28-Jährige nicht: Rettungssänitäter hatten seinen Vater zuletzt gesehen. Sie fanden den 52-Jährigen schlafend am Sahlkamp/Ecke Weimarer Straße, weckten ihn und fragten ihn, ob er Hilfe benötige. Als Janusz R. abgelehnt hatte, fuhr der Rettungswagen davon – seitdem hat niemand mehr den Polen gesehen. Sohn Lukasz: „Die Sanitäter hätten ihn mitnehmen müssen, er war in einem Zustand, in dem man ihn dort nicht lassen konnte.“

Dass sein Vater einfach verschwindet, kann sich Lukasz R. nicht erklären. Für ihn ist sein Vater nicht nur Vorbild, sondern auch Freund: „Er ist ein guter Vater, immer zuverlässig und pünktlich, manchmal hat er es damit sogar zu genau genommen“, sagt Lukasz R. Sowohl bei der Arbeit als auch sonst habe er sich auf ihn verlassen können.

Eigentlich wollte Janusz R. am Tag vor Heiligabend nach Polen reisen, die Koffer und Taschen waren bereits gepackt. Lukasz R. ist nun doch in Hannover geblieben. Seine Stiefmutter Marta, mit der Janusz R. in Polen noch zwei kleine Kinder (1 und 7) hat, durchkämmt nun mit ihm die Stadt. Beide hoffen, dass sie ein Lebenszeichen von dem Familienvater erreicht: „Man denkt die ganze Zeit nach“, sagt Janusz R.’s Frau Marta. Sie hatten sich auf Weihnachten, den Besuch ihres Mannes in Polen und die gemeinsame Zeit gefreut.

Da die Polizei nicht mehr helfen kann, nehmen Lukasz und Marta R. die Suche nun selbst in die Hand: „Wir haben einen Privatdetektiv beauftragt“, sagt Lukasz R. Der Ermittler soll nach Anhaltspunkten suchen und der Familie endlich entscheidende Hinweise überbringen. Zudem planen der 28-Jährige und seine Stiefmutter eine große Suchaktion am Sonnabend. Ab 10 Uhr soll dann vom Vahrenheider Markt aus gesucht werden: „Wir wollen die Kleingärten und Gassen noch mal ganz gründlich absuchen“, sagt Lukasz R. Jede Hilfe ist der Familie dabei willkommen: „Wir freuen uns über jeden, der uns dabei helfen kann.“

Handelten Sanitäter nicht? Patientenwille ist bindend

Hat der Rettungsdienst im Fall des verschwundenen Janusz R. alles richtig gemac? Die Sanitäter waren wieder abgerückt, nachdem der 52-Jährige gesagt hatte, er könne allein nach Hause.

„Den Rettungssanitätern bleibt dann nichts anderes übrig“, erklärt Feuerwehrsprecher Mirko Weber. „Der Wille des Betroffenen ist bindend.“ Solange zumindest, wie er einen solchen klar äußern kann. „Wenn der Rettungswagen an den Einsatzort kommt, macht sich die Besatzung zunächst ein Bild von der Lage“, so Weber. „Die Sanitäter nehmen Kontakt mit dem Patienten auf, und wenn der sagt, er möchte nicht behandelt werden, müssen sie abwägen, ob er sich oder andere gefährden könnte.“ Dabei sei der Gesamteindruck entscheidend, ob er klare Antworten geben könne oder sein Bewusstsein getrübt sei.

„Man fragt ihn, ob er weiß, wie er heißt und wo er wohnt, wo er sich gerade befindet“, so DRK-Sprecherin Nadine Heese. „Die Rettungssanitäter sind entsprechend geschult und erfahren, sie können den Zustand einschätzen.“ Ist der Patient voll geschäftsfähig, seien ihnen die Hände gebunden. kra


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