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© Julian Stratenschulte/dpa

Politik

Hannover: Islamwissenschaftler mahnt bei Islamvertrag zur Eile

Der Islamvertrag zwischen dem Land Niedersachsen und den muslimischen Verbänden ist ein heikles Thema. Dennoch dürfe bei aller Sorgfalt der Abschluss nicht ewig herausgezögert werden, findet Islamwissenschaftler Bülent Ucar: "Irgendwann ist die Luft raus."

Hannover. Der Islamwissenschaftler Bülent Ucar hat davor gewarnt, den Abschluss eines Islamvertrags zwischen dem Land Niedersachsen und den muslimischen Verbänden immer weiter hinauszuzögern. Die Suche nach einem politischen Kompromiss sei ein demokratischer Aushandlungsprozess und deshalb auch grundsätzlich zu begrüßen, sagte der Direktor des Instituts für Islamische Theologie der Universität Osnabrück am Donnerstag dem epd. "Das ganze Verfahren darf sich jedoch nicht zu einer never ending story entwickeln. Irgendwann ist die Luft raus." Schließlich gehe es bei diesem Prozess weitestgehend um Symbolpolitik, betonte Ucar: "Ein Kompromiss, der von einem breiten Konsens der demokratischen Parteien und den muslimischen Religionsgemeinschaften getragen wird, ist eine klare An- und Absage an alle politischen und auch religiösen Extremisten in diesem Land."

Nach jahrelangen Verhandlungen hatten Landesregierung, Opposition und Verbände am Dienstag in Hannover gemeinsam eine neue Fassung des Vertrages präsentiert. Auch die CDU-Fraktion hatte Zustimmung signalisiert, nachdem viele ihrer Kritikpunkte in dem neuen Entwurf berücksichtigt worden waren. Allerdings wurde vereinbart, dass der neue Entwurf nach der Sommerpause zunächst in den Fraktionen beraten werden solle. In einem Zeitungsinterview betonte Fraktionschef Björn Thümler am Donnerstag, es sei mitnichten klar, dass der Vertrag in trockenen Tüchern sei. Es gebe noch viele offene Fragen, sagte er der Oldenburger "Nordwest-Zeitung".

Der größte Knackpunkt bleibe, dass der Verband Ditib sich nicht deutlich genug von der türkischen Religionsbehörde distanziere. Er sei deshalb dagegen, den Vertrag noch vor der Kommunalwahl am 11. September "durchzupeitschen".

epd


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