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Meine Stadt Hannover: Immer mehr Distanz zu Spielhallen
Hannover Meine Stadt Hannover: Immer mehr Distanz zu Spielhallen
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00:16 03.03.2017
EINS DER VIELEN WETTBÜROS: Bet 3000 in der Kurt-Schumacher-Straße. Das Wettbüro Albers ist direkt gegenüber auf der anderen Seite der Straße. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Das Vorgehen ist auch vor dem Hintergrund der Neuregelungen im Glücksspielstaatsvertrag zu sehen, die ab 1. Juli greifen werden. Diese schreiben einen Mindestabstand von 100 Metern zwischen Spielhallen vor. Betroffen sind davon vor allem viele Betreiber am Steintor, die sich neue Standorte suchen müssen, wenn sie ihr Geschäft fortführen wollen. Das will die Stadt gerade im Zentrum Hannovers verhindern.

Sie argumentiert, dass diese Gewerbe der Attraktivität Hannovers als Einkaufsstadt schaden. Deshalb die Neufassung der Bebauungspläne. "Das sind keine attraktiven Schaufensterflächen, an denen man entlangbummeln möchte. Das macht eine Stadt unattraktiv, und das wollen wir verhindern“, erklärte Planerin Gerlinde Hublitz mit Blick auf die betroffenen Gewerbe.

In der Politik stieß das auf große Zustimmung. „Ich bin begeistert“, verkündete Linken-Fraktionschefin Gunda Pollok-Jabbi. Damit werde vielen Menschen die Gelegenheit genommen, „ihr Geld sinnlos zu verplempern. Ich sehe im Glücksspiel nichts Positives“, verkündete sie. Auch SPD-Mann Michael Sandow lobte die Pläne der Stadt. Die zahlreichen Spielhallen und Wettbüros seien eine „unschöne Entwicklung, der man entgegentreten muss“.

Kritik gab es hingegen von der FDP. Fraktionschef Steffen Dähne sieht „gewerbliche Zwecke betroffen, die zu einer Großstadt dazugehören“. Er hat noch Beratungsbedarf und will erst in der nächsten Sitzung über die Pläne der Stadt abstimmen.

Der Automatenverband Niedersachsen kündigte Widerstand gegen das Vorhaben an. „Wir werden das nicht hinnehmen“, sagte dessen Justitiar Florian Heinze der NP. Er wirft der Stadt vor, dass sie zum einen den im Losentscheid unterlegenen Spielhallenbetreibern empfehle, sich neue Standorte zu suchen, genau das aber per Bebauungsplan verhindern wolle. Er bestreitet auch, dass Spielhallen einen „negativen Effekt auf die Qualität der Einkaufsstadt Hannover haben“.

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