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Sicherheit

Hannover: Immer mehr Bürger greifen zur Waffe

Die Bürger rüsten auf. Seit der Silvesternacht in Köln beantragen immer mehr Menschen einen kleinen Waffenschein. Offenbar wollen sie sich selbst mit Schreckschusswaffen, Gaspistolen oder Pfefferspray schützen, da sie das Vertrauen in die Polizei verloren haben.

Hannover. Es ist nicht schwer, einen kleinen Waffenschein zu bekommen. Wer von den Behörden als zuverlässig und körperlich fit eingestuft wird und volljährig ist, erhält ihn in der Regel ohne jede Probleme. Er kostet 50 Euro. Die Bedingung der persönlichen Eignung dürfte dabei eher schwer einzuschätzen sein.

Der kleine Waffenschein erlaubt indes auch nur das Führen der vermeintlich harmloseren Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen. Zu den Reizstoffwaffen zählt auch Pfefferspray. Die tatsächliche Wirksamkeit ist umstritten. Aber unbestreitbar vermittelt der Besitz einer solchen Waffe ein Gefühl von Sicherheit.

Das Bedürfnis danach ist Anfang des Jahres spürbar gestiegen. Auslöser sind nach Expertenmeinung Vorfälle wie die massenhaften Übergriffe während der Silvesternacht in Köln und anderen Städten. Angst macht sich breit in den Köpfen.

In Hannover hatten Ende 2014 noch 1626 Menschen eine Berechtigung zum Tragen einer solchen Waffe, Ende 2015 waren es 1769, ein geringer Anstieg um 143. Doch dann explodierte die Nachfrage: In der ersten Hälfte dieses Jahres kamen 867 Waffenscheinträger hinzu - ein Plus von mehr als 50 Prozent. Ähnliches im Umland: Die Region hat in ihrem Zuständigkeitsbereich in diesem Jahr bereits 633 Berechtigungen ausgestellt (Stichtag 8. August), womit sich die Zahl der Inhaber innerhalb weniger Monate auf 1410 fast verdoppelt hat. Allerdings, so Stadtsprecher Udo Möller, ebbe der Ansturm wieder etwas ab, wenn auch die Zahlen noch immer über dem früheren Niveau lägen.

Experten wie der Angstforscher Prof. Borwin Bandelow (siehe unten) sind dennoch besorgt. Und auch die Polizei hält nichts von der Selbstbewaffnung. Sie rät daher, bedrohlichen Situationen am besten aus dem Weg zu gehen und die Polizei zu informieren. „Waffen schaffen nur eine vermeintliche Sicherheit - letztendlich entschärfen sie einen Konflikt nicht, sondern tragen in den meisten Fällen zu einer Eskalation bei“ so Hannovers Polizeivize Jörg Müller. Auch Osnabrücks Polizeichef Bernhard Witthaut warnt, die Selbstbewaffnung führe eher zu mehr Unsicherheit und könne zur Eskalation führen. Der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Thomas Bliesener, nennt als Alternative lautes Rufen oder den Einsatz von Trillerpfeifen.


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  • Landkreis: Region Hannover
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  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
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