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Meine Stadt Hannover: Immer mehr Angriffe auf Retter
Hannover Meine Stadt Hannover: Immer mehr Angriffe auf Retter
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19:34 19.02.2016
IMMER GEFÄHRLICHER: Bei Einsätzen werden die Rettungskräfte immer häufiger selbst angegriffen. Meist sind Drogen oder Alkohol der Grund. Quelle: Christian Elsner
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Hannover

„Es war Spätsommer 2015. Passanten riefen mich und meinen Kollegen zu einem Mann, der unter einer Parkbank lag - regungslos“, erzählt Jannik K. von einem auf den ersten Blick routinemäßigen Einsatz. Doch daraus wurde für den Sanitäter beim Deutschen Roten Kreuz mehr. „Gemeinsam richteten wir ihn auf. Er war total betrunken. Dann fing er unvermittelt an, um sich zu schlagen, uns mit Flaschen zu bewerfen. Irgendwann schafften wir es, ihn am Boden zu fixieren - die Polizei kam nach knapp 15 Minuten. Auch vor ihnen hat er keinen Halt gemacht.“

Immer öfter braucht er, der Helfer, selbst Hilfe. Die gewaltsamen Übergriffe auf Sanitäter und Feuerwehrleute in Niedersachsen sind im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Laut einer Statistik des Landeskriminalamtes Niedersachsen kam es zu 144 solcher Fälle in 2015. „Die Dunkelziffer wird noch deutlich höher sein“, so LKA-Sprecher Frank Federau. 2014 wurden lediglich 106 Übergriffe gezählt. Das ist eine Steigerung von mehr als 35 Prozent.

Ein Trend, der sich auch in Hannover erkennen lässt: 28 Prozent mehr Übergriffe auf Helfer in 2015. Waren es 2014 noch 25 registrierte Fälle, sind es 2015 schon 32. „Wir bekommen die Rückmeldung, dass es immer öfter zu Übergriffen kommt, oft im Zusammenhang mit Alkohol und Drogen. Lange nicht alle von ihnen werden auch angezeigt“, so DRK-Sprecherin Kerstin Hiller. Zwar seien 144 gewaltsame Übergriffe in ganz Niedersachsen „auf die 750 000 gefahrenen Einsätze keine erhebliche Anzahl, trotzdem ist die Entwicklung beunruhigend“.

Seit zehn Jahren ist es bei der DRK fester Bestandteil der Sanitäterausbildung, sich in Deeskalation und Selbstverteidigung zu üben. „In manchen Fällen sind die Rettungskräfte vor der Polizei am Ort des Geschehens - müssen im Ernstfall auch eingreifen“, beschreibt Hiller den Arbeitsalltag der DRK-Hilfskräfte: „Damit setzen sie sich nicht selten körperlichen Gefahren aus.“ Dass Menschen die helfen wollen, immer regelmäßiger Anfeindungen und Angriffen erleben müssen, empfindet Hiller als „eine bedrohliche Entwicklung“.

Jannik K. fährt weiter seine Dienste. Solche Zwischenfälle müsse man wegstecken, sagt er. Angst? Die sei in seinem Job fehl am Platz.

Fabian Wenck

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