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Meine Stadt Hannover: Hund beißt Mutter und Sohn tot
Hannover Meine Stadt Hannover: Hund beißt Mutter und Sohn tot
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17:57 04.04.2018
Der Hund hat am Dienstagabend zwei Personen getötet. Quelle: aktuell24
Hannover

Bisherigen Ermittlungen zufolge hat eine Tochter der getöteten Frau ihre Angehörigen nicht erreichen können. Durch ein Fenster sah sie eine leblose Person in der Wohnung liegen und alarmierte die Rettungskräfte. Zunächst musste der Hund der Bewohner, der sich noch in den Räumlichkeiten aufgehalten hatte, eingefangen werden. Nachdem die Berufsfeuerwehr Hannover den Staffordshire-Terrier gesichert hatte, fanden die Rettungskräfte zwei leblose Bewohner in der Wohnung.

Erste Untersuchungen durch einen Rechtsmediziner ergaben, dass die 52-Jährige und ihr 27-jähriger Sohn offenbar von dem Hund getötet worden sind. Wie es genau zu dem Unglück kam, ist noch unklar. Der Zentrale Kriminaldienst Hannover hat die Ermittlungen zur Todesursache aufgenommen.

(Video: aktuell24)

Nach Angaben von Nachbarn ist der Hund sehr aggressiv, hat immer einen Maulkorb getragen und soll in einem Stahlzwinger im Zimmer des Sohnes gelebt haben. Nach NP-Informationen hat die Frau im Rollstuhl gesessen. Sobald Besuch in die Wohnung kam, wurde der Hund weggesperrt.

Derzeit befindet sich das Tier im Tierheim Langenhagen. Ob der Hund engeschläfert wird, werden die Behörden in den kommenden Tagen klären.

Expertin spricht von einem Ausnahmefall

Tödliche Hundeangriffe sind aus Sicht einer Forscherin der Tierärztlichen Hochschule Hannover sehr selten. „Man kann das an einer Hand abzählen“, sagte Veterinärin Dunia Thiesen-Moussa, die auf Verhaltenstherapie spezialisiert ist. Zu dem konkreten Fall in Hannover, bei dem ein Staffordshire-Terrier zwei Menschen getötet haben soll, konnte die Expertin nichts sagen. In der Regel zeigten sich Hunde aggressiv, wenn sie mit viel Druck und Gewalt erzogen worden seien, sagte die Wissenschaftlerin.

An der Tierärztlichen Hochschule in Hannover werden nach Angaben der Ärztin pro Jahr etwa 60 bis 80 Hunde, die Menschen mehr als geringfügig verletzt haben, bei sogenannten Wesenstests begutachtet. Thiesen-Moussa macht das seit Oktober 2013. „Seitdem hatten wir keinen vergleichbaren Fall“, sagte die Tierärztin mit Blick auf die Attacke in der Nacht zum Mittwoch. Es habe auch kein Hund eingeschläfert werden müssen. Für als gefährlich eingestufte Hunde müssen die Halter in Niedersachsen eine Erlaubnis beantragen.

Weniger als ein Prozent der gemeldeten Hunde gelten als gefährlich

In Niedersachsen werden nach Angaben des Agrarministeriums weniger als ein Prozent aller gemeldeten Hunde als gefährlich eingestuft. Im Melderegister sind 348 504 Hunde erfasst, davon gelten 460 Tiere (rund 0,1 Prozent) als gefährlich, sagte eine Ministeriumssprecherin am Mittwoch.
Für die Haltung solcher Hunde werden bestimmte Auflagen gemacht, etwa permanenter Leinenzwang, das Tragen eines Maulkorbes oder die Vorschrift, dass die Tiere nur in umgrenzten Arealen gehalten werden dürfen.

52 288 Hundehalter haben bisher in Niedersachsen eine Sachkundeprüfung abgelegt, den sogenannten Hundeführerschein. Die Prüfung ist für neue Hundebesitzer vorgeschrieben, die Durchfallquote betrug bisher rund sechs Prozent.
Der Großteil der Beißvorfälle ereignet sich nach Angaben des Ministeriums innerhalb von Familien. Unter den als gefährlich eingestuften Hunden bilden Mischlinge den Großteil.

Von ots/ce/dpa

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