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Qualität aus Holz: So sehen die Module aus, die eine Firma aus Österreich baut.

Flüchtlinge

Hannover: Holzunterkünfte
 sollen lange halten

Riesige Nachfrage, zu wenig Angebot: Container für Flüchtlinge werden zur Mangelware. Deshalb geht die Stadt auch neue Wege. An drei Standorten will sie ab 
Oktober Flüchtlingsunterkünfte aus Holz bauen. Darin könnten später auch Studenten unterkommen.

Hannover. Die Nachfrage steigt massiv – die Anzahl der Hersteller ist jedoch überschaubar: Wohncontainer werden zur Mangelware. Deshalb geht die Stadt neue Wege. An zunächst drei Standorten will sie Flüchtlinge in Modulbauten aus Holz unterbringen. Geplant hat die Unterkünfte das Architekturbüro Mosaik aus Hannover. „Die Qualität wird höher sein als bei den Metallcontainern“, versichert Architekt Kay Marlow.

Drei bis fünf Zimmer sollen die zwischen 59 und 87 Quadratmeter großen Wohnungen in den Holzmodulen haben. In ihnen wird es jeweils eine Küche sowie – je nach Größe – ein bis zwei Badezimmer geben. Ansonsten bieten sie vor allem eines: viel Flexibilität. Die Holzbauten können leicht den unterschiedlichen Voraussetzungen an den Standorten angepasst werden. An der Steigerthalstraße (Linden-Nord) und der Wunstorfer Landstraße (Ahlem) werden sie zu zwei Stockwerken gestapelt, an der Dorotheenstraße (Herrenhausen) zu drei.

Sie können u-förmig angeordnet werden, damit ein etwas abgeschirmter Innenhof entsteht. „Es sind aber auch ganz andere Varianten möglich“, sagt Marlow. Auch innerhalb der Module. An der Wunstorfer Straße zum Beispiel sind die Küchen quer zur Straße hin geplant, damit die Schlafräume auf der anderen Seite vor Verkehrslärm geschützt sind.

Vorgesehen sind auch Gemeinschaftsräume und sogar Sportmöglichkeiten wie ein Volleyballfeld. Die Planung des Außengeländes hat das hannoversche Büro Linnea übernommen.
„Das wird ein sehr guter Standard“, sagt Architekt Marlow, der sich sogar schon Gedanken über mögliche Nachnutzungen macht. „Als Student würde ich da sofort einziehen“, sagt er.
Marlow würde sich sogar wünschen, dass bereits jetzt gemeinsam Flüchtlinge und Studenten untergebracht werden. Das allerdings scheitert an den rechtlichen Rahmenbedingungen. „Für die Integration wäre das gut. Es wäre schön, wenn es diese Flexibilität gäbe“, so der Planer.

Gefertigt werden die Module für die Steigerthalstraße und die Dorotheenstraße durch die österreichische Firma Kaufmann. Diese baut die einzelnen Holzcontainer komplett zusammen und transportiert diese dann per Lastwagen nach Hannover. Für die Modulbauten an der Wunstorfer Landstraße konstruiert die norddeutsche Firma Brüggemann Teile vor, die dann in Hannover zusammengebaut werden.

Dabei ist es durchaus gewollt, unterschiedliche Firmen mit unterschiedlichen Konzepten zum Zuge kommen zu lassen. Mehr Anbieter bedeuten auch mehr Konkurrenz, was sich zumindest dämpfend auf die Preisentwicklung auswirken könnte – so jedenfalls die Hoffnung der Stadt.

Aufgestellt werden sollen die ersten Holzmodule am 19. Oktober an der Steigerthalstraße. Derzeit laufen dort die Vorbereitungen.

Christian Bohnenkamp


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  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
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     30159 Hannover
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