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LIEGT BRACH: Gelände in Hannovers Sportpark. Dabei hätte

LIEGT BRACH: Gelände in Hannovers Sportpark. Dabei hätte

Städtebau

Hannover: Hier vergammelt ein Sportplatz

Die Stadt liegt im Clinch mit dem Besitzer. Und die Vereine und Pächter haben schon große Pläne.

Hannover.  Matschige braune Wege und aufgekippter Sand ohne konkret erkennbare Nutzung. Nicht weit entfernt von schwitzenden Olympioniken im Sportleistungszentrum zeichnet sich ein tristes Bild mitten in Hannovers Sportpark. Das Grundstück direkt neben dem Hockeyplatz von Hannover 78 liegt brach – und das ist womöglich rechtswidrig.

Seit zehn Monaten versucht die Stadt Hannover von Besitzer Horst Plätzer und seiner Firma das Grundstück mithilfe der Justiz zurückzubekommen. Dieser hatte im Jahr 2001 mit der Auflage, dass es für eine sportliche Nutzung zur Verfügung gestellt wird, den Zuschlag bekommen. Sollte die Stadt das Grundstück zurückerhalten, würden sich neue Möglichkeiten für Anlieger und Pächter ergeben.

Stadt und Besitzer im Streit

Heike Rudolph, Leiterin des Fachbereichs Sport, arbeitet mit Hochdruck daran – es ist eines ihrer wichtigsten Projekte: „Wir sammeln seit einem Jahr Beweise dafür, dass der Besitzer das Gelände nicht so nutzt, wie es vorgeschrieben war. Die haben ausgereicht, um vor Gericht zu klagen. Früher standen dort elf Tennisplätze zur Verfügung. Die sind jetzt allerdings in keinem einladenden Zustand mehr.“ In einer Stellungnahme gegenüber der NP nennt Plätzer die Argumente der Stadt „fadenscheinig“ und weist daraufhin, dass es bereits vorher Verhandlungen über eine „einvernehmliche Auflösung“ des Vertrags gegeben hat. Diese wären allerdings von der Stadt „eingestellt worden“, sagt der Grundstückbesitzer. Darüber hinaus hat er der Stadt gestattet, „unentgeltlich“ ihre Baufahrzeuge, die für Arbeiten am Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg gebraucht werden, auf seinem Gelände abzustellen.

Roland Bühlmann betreibt das Restaurant „Finca“ auf dem Gelände. „Ich könnte hier zum Beispiel Beachvolleyball für meine Gäste anbieten. Das wäre doch super.“ Von seinem derzeitgen Vermieter, fühlt er sich allein gelassen. „Mir wäre es lieber, ich würde meine Pacht an die Stadt zahlen. Es gibt in der Finca einen Investitionsstau von 80.000 bis 100.000 Euro. Das kann ich doch nicht alleine leisten. Der Besitzer ist auch in der Pflicht.“ Auch eine zusätzliche Beachbar auf der Terrasse der Finca könnte sich Bühlmann vorstellen. Plätzer, der im März 2015 das Kaiser-Center in Linden-Süd aus Altersgründen verkaufte (NP berichtete), hat aber bereits andere Pläne. „Beach-Soccer und weitere Ballsportarten“ sollen in Zukunft einem „breiten, jugendlichen Publikum angeboten“ werden. Im März 2017 werden die neuen Pläne von dem Veranstalter offiziell vorgestellt.

Sportvereine wollen den Platz nutzen

Andere Parteien würden das Grundstück lieber anderweitig nutzen. Hannover 78 würde gerne einen zweiten Kunstrasenplatz für seine Hockeysparte und möglicherweise sogar einen Stützpunkt inklusive Stadion einrichten (NP berichtete). Und auch das Sportleistungszentrum, in dem unter anderem die Sportler des Landessportbunds Niedersachsen (LSB) trainieren, hat Interesse. Vorstandsvorsitzender Reinhard Rawe hat bereits 2013 Ideen vorgeschlagen: „Ganz konkret sprechen wir von einer neuen Dreifeld-Sporthalle und einem Hockeyplatz. Das würde sich zum Teil mit den Interessen von Hannover 78 decken.“ Aber auch er weiß, dass es in der Frage erst mal keine Bewegung geben wird. „Es gab schon Entwürfe von einem Planungsbüro aus Berlin, aber jetzt müssen alle Interessierten erst mal sehen, ob die Stadt das Grundstück zurückbekommt.“

Rudolph weiß von den Ideen der Anlieger: „In diesem Fall wäre die Politik an der Reihe zu entscheiden, wofür das Gelände genutzt werden soll. Die Stadtverwaltung hat da keine Entscheidungsgewalt“, erläutert sie. Das Gerichtsverfahren läuft noch. Ende offen.

Von Jan Heemann


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